Vita 34 ist eine Stammzell- bzw. Nabelschnurblutbank mit Sitz in Leipzig. Zugegebenerweise wird den meisten das Unternehmen nichts sagen, weswegen ich kurz das Geschäftsmodell erklären möchte.

Das Leipziger Unternehmen bietet allen Eltern die Möglichkeit, das Nabelschnurblut und die darin enthaltenen Stammzellen ihrer frisch geborenen Kinder nach der Geburt sorgfältig entnehmen zu lassen. Danach wird es in einem temperaturgeschützen Entnahmepaket mittels eines Spezialkuriers zu dem Vita 34 Labor geliefert und aufwendig aufbereitet, damit es anschließend in die Kryokonservierung gelangen kann und somit eine unbegrenzte Lagerung ermöglicht wird.

Dieser Service kostet eine einmalige Gebühr, welche bis vor kurzem im günstigsten Fall 2.000€ zuzüglich jährlicher Kosten in Höhe von 50€ betrug. Erst im Mai gab das Unternehmen aber bekannt, dass ein neues Preismodell eingeführt wurde. „VitaPur“ soll aufgrund der geringen Einmalkosten preissensible Kunden ins Auge fassen und somit die Marktdurchdringung insbesondere in der DACH-Region weiter vorantreiben. Der Grundpreis bei diesem Modell liegt zwar nur noch bei 990€, jedoch fallen die jährlichen Kosten von 120€ wesentlich höher als bei den bisherigen Preiskonzepten aus. Damit wird dieses Modell für die Leipziger langfristig wirtschaftlich attraktiver sein.

Doch warum sollte man sich für diesen Service entscheiden?
Mit Hilfe von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut können schon heute über 80 Krankheiten behandelt und therapiert werden. Außerdem kommen sie in 22% aller Stammzell-Transplantationen zum Einsatz und konnten in den letzten 20 Jahren in über 30.000 medizinischen Eingriffen verwendet werden. Die Forschung in diesem Bereich wird stetig ausgebaut und man sieht immense Chancen für die Behandlung von einer Vielzahl an Krankheiten.

Neben der verstärkten Kundenakquise in Deutschland und der restlichen Dachregion, scannt das Unternehmen den Markt für mögliche Übernahmen im In- und Ausland, um die Marktposition weltweit zu stärken.


Mitte 2017 wuchsen die Leipziger durch die Übernahme des größten deutschen Konkurrenten Seracell in neue Höhen und sicherten sich durch diesen Schachzug eine nahezu monopolistische Markstellung in Deutschland. Die Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten sind so hoch, dass man in naher Zukunft auch keine Sorge vor möglicher Konkurrenz haben muss. Nach dieser Übernahme ist Vita 34 Marktführer in Deutschland, die Nummer 2 in Europa und die Nummer 8 weltweit. Man besitzt aktuell über 200.000 Einlagerungen (ca. 46.000 Einlagerungen von Seracell), wobei die Einlagerungsquote in Deutschland momentan erst bei 2% liegt und dort noch deutliches Potenzial für die Zukunft im Köcher steckt. In absehbarer Zeit wird sich außerdem die Marge erhöhen, da man durch die Übernahme von Seracell keinen aggressiven Player mehr im Markt hat, welcher zu Tiefstpreisen auf Kundenfang geht und Vita Marktanteile abgraben kann.

Ende Mai konnte das Unternehmen weitere positive News melden. Der Antrag auf Verlängerung der maximal zulässigen Transportdauer von frisch entnommenen Nabelschnurblut wurde genehmigt. Die maximal zulässige Zeitspanne zwischen Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut erhöht sich von bisher 48 Stunden auf zukünftig 72 Stunden. Das Unternehmen konnte Nachweisen, dass die Qualität des Blutes trotz höherer Verweildauer zwischen Krankenhaus und Labor aufgrund der hohen Transportstandards nicht leidet.

Das Angenehme an diesem Geschäftsmodell ist, dass es aufgrund einer Abwanderungsrate von nahezu 0% konjunkturunabhängig ist. Denn wieso sollten Eltern nach 10 Jahren aufhören die minimale Jahresgebühr zu zahlen, nachdem sie schon so viel Geld investiert haben und es jederzeit zu einem Verwendungszweck kommen könnte?
Aus diesem Grund wird die durchschnittliche Einlagerungsdauer bei ca. 50 Jahren liegen, wodurch Vita in den nächsten Jahren extrem viel Free Cash-Flow generieren wird.

Nach der Korrektur von dem letzten Hoch bei 18,20€ notiert das Unternehmen wieder auf einem attraktiven Kursniveau.


Aktueller Kurs: 15€
Kursziel: 20€