Elon Musk hat es (fast) geschafft: Sein selbst gestecktes Produktionsziel von 5.000 Einheiten des Modells 3 konnte er minimal verspätet am Sonntagmittag liefern. In der Produktionsfabrik in Fremont soll es daraufhin eine große Feier gegeben haben.

Doch trotz der sehr positiven Nachricht werden die Unruhen innerhalb des Unternehmens nicht weniger. Elon Musk bezeichnet die Fertigung des Serienmodells selbst als „Produktionshölle“. Der Automatisierungsgrad sei zu hoch gewesen, weshalb es zu einer geringeren Produktionsgeschwindigkeit kam, als erwartet. Aus diesem Grund lässt das Unternehmen einige Produktionsschritte wieder in Handarbeit fertigen.

Der Batteriezulieferer und Kooperationspartner Panasonic kam zwischendurch mit der Produktion der Akkus nicht hinterher, da die Nachfrage zu groß war. Des Weiteren wurden Dokumente geleaked, die aufzeigen sollen, dass auf Anweisung ein wichtiger Produktionsschritt ausgelassen wurden ist.


On Top baute Musk innerhalb von zwei Wochen ein riesiges Zelt neben der Fabrik in Fremont auf, damit das Produktionsziel erreicht werden konnte. Der Bau einer neuen Fabrik hätte viel zu lange gedauert, weshalb dies die logische Konsequenz war. Ohne der zusätzlichen Produktionslinie innerhalb des Zeltes, hätte Musk das bereits um ein halbes Jahr verschobene Ziel in Höhe von 5.000 Einheiten des Modell 3 nicht erreichen können und die Investoren noch nachdenklicher gestimmt.

Dies war allerdings noch nicht genug, so dass die Tage eine besorgniserregende Meldung über den Abgang des Top-Chefingenieurs Douglas Field die Runde machte. Dieser hatte den Chefposten seit knapp 5 Jahren inne und gilt als einer der Köpfe hinter der Erschaffung des Modell 3.

Die Probleme rund um Tesla nehmen also nicht ab und der Druck der Investoren wird von Tag zu Tag größer. Musk versprach den Investoren dieses Jahr einen positiven operativen Cashflow zu erwirtschaften. Da verwundert es einen nicht, dass Tesla erst kürzlich die Vorbesteller in Kanada und den USA darum bat, ihre Bestellung zu bestätigen, damit sie das Auto konfigurieren können.

Netter Nebeneffekt dabei: Die Vorbesteller müssen zusätzlich für 2.500€ in Vorkasse treten. Dadurch erhält Tesla eine dringend benötigte Finanzspritze, um die vorgegeben Jahresziele zu erreichen und die Bilanz zu verschönern.


Nebenher muss sich Musk zusätzlich immer wieder mit den Behörden rumschlagen. Besonders die merkwürdige Übernahme von „Solar City“ wird momentan ausgiebig geprüft. Die Ökostromfirma wurde 2016 für 2,8 Mrd.$ von Tesla geschluckt. Dabei übernahm das Unternehmen allerdings auch gleich 3 Mrd.$ an Schulden mit in die Bilanz. Musk verkauft die Übernahme als perfekte Ergänzung für Tesla, da das Unternehmen dadurch nicht nur umweltschonende Autos verkauft, sondern auch die Ökostromerzeugung und die Energiespeicherungstechnologie von Solar City nutzen kann, um eine „einzigartige Kombination zu schaffen, die alles übertrifft, was jedes andere Unternehmen bieten kann“.

Bizarr ist allerdings der Punkt, dass Musk zu diesem Zeitpunkt größter Anteilseigner und gleichzeitig Verwaltungsratschef von Solar City war. Ob das nach einem Interessenskonflikt klingt?…

Musk muss liefern! Das Erreichen des Produktionsziels von 5.000 Einheiten des Modell 3 pro Woche wird nicht ausreichen.

Meiner Meinung nach ist der mögliche zukünftige Erfolg zu einem der führenden Elektroautoherstellern bereits in dem aktuellen Kurs eingepreist. Dementsprechend ist das Rückschlagsrisiko sehr groß, besonders weil die weltweit führenden Autohersteller immer mehr in den Ausbau der Elektromobilität investieren und Tesla immer mehr auf die Pelle rücken werden.


Unique Investors sieht das Unternehmen Tesla als überbewertet an, weshalb wir bei 287€ eine kleine Shortposition aufgebaut haben. Wir sehen das Unternehmen in dem Bereich um 220€ als fair bewertet an.