Konfuzius, der bedeutendste chinesische Philosoph aller Zeiten, verfügte zu seinen Lebzeiten vor ca. 2500 Jahren trotz seiner Weisheit sicherlich nicht über fundiertes Investmentwissen.

Trotzdem ist eines seiner zeitlosen Zitate der Grundansatz der womöglich effektivsten und einfachsten Investmentstrategie überhaupt.

Von Natur aus sind alle Menschen gleich, erst Gewohnheiten entfernen sie voneinander.

Gewohnheiten machen uns zu dem, was wir sind. Im positiven wie im negativen Sinne.

Gesunde Ernährung, regelmäßiges Sporttreiben oder ständige Weiterbildung auf der einen, Rauchen, Pessimismus oder permanente Geldverschwendung auf der anderen Seite.

All das sind im Endeffekt Gewohnheiten, die oft unterbewusst passieren und fast schon automatisch unser Leben prägen.

Die logische Schlussfolgerung für deine Finanzen ist dementsprechend:

Setze auf positive Gewohnheiten! Die aus unserer Sicht beste finanzielle Gewohnheit:

Pay yourself first! – Doch was genau hat es damit auf sich?

Die beste Vermögensaufbau-Strategie auf lange Sicht

Die Einstellung „… ich achte schon darauf, Geld für später zur Seite zu legen“  hört sich zwar gut an, aber wirklich effektiv ist sie nicht.

Automatisiert einen festgelegten Anteil des monatlichen Einkommens investieren bzw. sparen. Das ist der Schlüssel, um wirklich langfristig ein großes Vermögen aufzubauen.

Die Folge dieser Strategie ist, dass dein Vermögen ohne dass du dich „dagegen wehren“ kannst Monat für Monat anwächst.

Das klingt erstmal einfach und fast schon zu schön, um wahr zu sein.

Tatsächlich gibt es unserer Meinung nach keine andere Strategie, wo „Einfachheit“ bzw. praktische Umsetzbarkeit, auch für Nicht-Finanzexperten, und langfristiger Erfolg in einem so guten Verhältnis zueinander stehen.

Einige essenzielle Grundsätze musst du dennoch beachten.

3 Schritte zum perfekten monatlichen Ansparplan

1. Schritt

Mache dir bewusst, wie hoch die Summe ist, die du jeden Monat investieren bzw. sparen willst.

Wie wir schon in unserem Vermögensaufbau Quick Start Guide erwähnt haben, sind 20% deines Netto-Monatsgehalts eine sehr gute Richtgröße.

2. Schritt

Bist du zunächst der Meinung, dass du so viel nicht sparen kannst, weil sonst „das Geld nicht reicht“?

Das ist ein Problem, dessen Lösung nicht sein darf, weniger zu sparen.

Du hast zwei Optionen, so einfach es auch klingen mag: Mehr Geld verdienen – oder weniger ausgeben.

Eine Nebentätigkeit auf der einen Seite genauso wie eine ins Detail gehende Analyse deiner Ausgaben und deines Konsumverhaltens können genau das Kapital freimachen, welches dir für den Vermögensaufbau fehlt.

3.Schritt

Da nun gesichert ist, dass du jeden Monat genügend Geld zur Verfügung hast, geht es jetzt darum, dieses auch intelligent zu investieren.

Je nach deinen Vorlieben, vor allem aber deinen Investmentfähigkeiten, empfehlen wir zwei verschiedene Varianten (wobei auch eine Mischlösung durchaus sinnvoll sein kann):

Einrichten eines sogenannten ETF-Sparplans – oder der periodisierte Erwerb von Einzelaktien.

Die richtige Investmentstrategie für dich

Bist du

  • noch eher unerfahren im Investmentbereich
  • hast wenig Zeit, dich intensiv und permanent damit zu beschäftigen (bzw. willst diese Zeit nicht aufbringen)
  • hast außerdem nicht ganz so viel Geld zum Sparen zur Verfügung (<300€/Monat)?

Dann ist ein ETF (Exchange Traded Fund) – Sparplan genau das richtige für dich.

Dabei handelt es sich um eine Anlageform, bei der das Wertpapier nahezu 1:1 die Wertentwicklung eines bestimmten Indizes abbildet.

Das heißt, dass ein guter ETF auf beispielsweise den DAX in einem Jahr eine Wertsteigerung von 10% erzielt, wenn der Dax im gleichen Zeitraum um 10% gestiegen ist.

Solche Sparpläne kannst du schon ab einer monatlichen Sparsumme von 25€ einrichten.

Natürlich gibt es bei der Auswahl des perfekten ETFs wiederum eine Menge zu beachten.

Top 5 für deinen ETF-Plan

1. Auswahl der Indizes

Überlege dir zunächst genau, auf welchen Index (oder auch mehrere) du deine(n) ETFs erwerben willst.

Grundsätzlich empfehlen wir dir: Umso weniger verschiedene ETFs du erwerben willst, desto größer sollte das von dem jeweiligen Index abgebildete Spektrum sein.

Ein paar Beispiele

1 ETF: MSCI World („Weltindex des Aktienmarkts“, 1637 Aktien aus 23 Industrienationen)

3 ETFs: MSCI World, Dax, Dow Jones

5 ETFs: MSCI World, Dax, Nasdaq, Dow Jones, Emerging Markets

2. Renommierte Investmentgesellschaft

Achte darauf, einen ETF von einer großen und guten Fondgesellschaft zu wählen, damit das Ausfallrisiko so gering wie möglich ist.

Etablierte Größen in diesem Markt sind z.B. Lyxor, iShares oder Comstage.

3. Gebühren

Schaue dir genau an, welche Gebühren der ETF hat.

Ein großer Vorteil ist, dass fast alle Indexfonds vergleichsweise niedrige Kosten aufweisen (oft unter 1% pro Jahr).

Dennoch gibt es teilweise große Unterschiede. Wir  empfehlen dir, deinen ETF-Sparplan bei einer Direktbank wie Comdirect einzurichten. Aufgrund der effektiveren Strukturen sind Direktbanken fast immer günstiger als Hausbanken wie die Deutsche Bank oder Commerzbank.

Umso niedriger die Gebühren, desto weniger Abschlag von deiner Performance und damit desto besser dein Vermögensaufbau.

4. Tracking Difference

Analysiere, wie hoch die Tracking Difference deines potenziellen ETFs in den vergangenen Jahren ausgefallen ist, also wie groß der Unterschied in der Wertentwicklung zwischen ETF und dem abgebildeten Index war.

Da das Ziel ist, mit einem ETF möglichst den jeweiligen Index zu replizieren, gilt: Umso geringer die Tracking Difference, desto besser.

Im Optimalfall hat sich der ETF in den letzten Jahren also genau so entwickelt wie der durch ihn abgebildete Index.

5. Dynamik

Baue eine sogenannte Dynamik in deinen Sparplan ein!

Das bedeutet, dass sich deine Sparquote jährlich um einen bestimmten prozentualen Betrag erhöht.

Beispiel: Du fängst an, 50€ jeden Monat automatisch in deinen ETF-Sparplan zu investieren und baust eine Dynamik von jährlich 10% ein.

Damit erhöht sich dein Aufkommen im zweiten Jahr auf 55€, im dritten auf 60,50€ usw.

Der große Vorteil dabei ist, dass du quasi  gezwungen bist, besser zu wirtschaften.

Außerdem nimmt das Einkommen sowieso tendenziell mit der Zeit zu, sei es durch Gehaltserhöhungen oder Beförderungen.

Letzte Details

Beachtest du diese 5 Basics, machst du bei der ETF Auswahl schon sehr viel richtig.

Die letzten Entscheidungen, die du zu deinem ETF treffen musst, sind folgende:

Ausschüttendend oder thesaurierend?

Physisch oder SWAP-basiert replizierend?

Bei diesen Fragen gibt es unserer Meinung nach kein „Richtig oder Falsch“, weswegen wir dir hier auch keine Empfehlung aussprechen wollen.

Wenn du dich intensiv mit diesen Themen auseinandersetzen willst empfehlen wir dir hierfür sowohl den YouTube Channel als auch den Blog Aktien mit Kopf von Kolja Barghoorn 

Periodisierter Einzelaktienkauf

Wie schon oben erwähnt ist die zweite Varante der periodisierte Erwerb von Einzelaktien.

Um diese Methode anzuwenden empfehlen wir dir jedoch eindringlich, dich genau mit Themen wie Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse zu beschäftigen.

Nur so hast du gute Chancen, stark performende Aktien auszuwählen.

Weiterhin eignet sich diese Methode eher für etwas finanz- bzw. einkommensstärkere Personen.

Der Vorteil ist, dass du zweifellos mit Einzelaktien höhere Renditechancen hast und dadurch die Möglichkeit hast, den Gesamtmarkt (also den Querschnitt von guten und schlechten Aktien) zu schlagen.

Mit „periodisierter Erwerb von Einzelaktien“ meinen wir folgendes:

Spare monatlich einen festgelegten Betrag und überweise diesen im Optimalfall automatisiert auf das Verrechnungkonto deines Aktiendepots.

Je nach Höhe deines Sparbetrags kaufst du dann in festen Zeitabständen Aktien und baust so langfristig ebenfalls Vermögen auf.

Da jede Transaktion mit Kosten verbunden ist, empfehlen wir dir pro Einzelinvestment ein Mindestvolumen von 1000€, damit die Kosten nicht zu viel von deiner Rendite auffressen.

Dennoch solltest du das Thema Diversifikation nicht unbeachtet lassen.

Alles was du hierzu wissen musst haben wir in unserem Artikel zur Kapitalaufteilung für dich behandelt.

Ein paar Beispiele, wie du den systematischen Kauf von Einzelaktien gestalten kannst:

Parkinsonsches Gesetz: Warum das System funktioniert

Vielleicht hast du schonmal etwas vom Parkinsonschen Gesetz gehört. Dieses besagt folgendes:

Arbeit dehnt sich genau in dem Maße aus, wie Zeit zu ihrer Erledigung zur Verfügung steht.

Wir finden, dass dieses Gesetz sich auch auf das Konsumverhalten übertragen lässt:

Umso mehr Geld man zur Verfügung hat, desto „verschwenderischer“ lebt man was die tagtäglichen Konsumentscheidungen angeht.

Das Parkinsonsche Gesetz der Unique Investors lautet also:

Konsumausgaben dehnen sich genau in dem Maße aus, wie nicht zu investierendes Geld zu Verfügung steht.

Du magst jetzt denken: „Ach was, wenn man mehr Geld hat gibt man mehr aus, na das ist ja eine bahnbrechende Erkenntnis.“

Wir meinen damit nicht das unterschiedliche Konsumverhalten zwischen einem Millionär und einem Studenten, sondern graduell:

Planst du mit 800€ im Monat, gibst du ohne dich zu versehen auch 800€ im Monat aus.

Sparst oder investierst du von diesem Geld jedoch automatisiert 200€, musst du dir Gedanken machen, wie auch 600€ reichen.

Unsere Philosophie ist ganz klar, trotz finanzieller Vernunft nicht an Lebensqualität zu sparen, sondern unbedachte bzw. eigentlich relativ unnötige Ausgaben zu eliminieren.

Du wirst erstaunt sein, wie kreativ du sein wirst, was intelligente Konsumentscheidungen angeht, wenn du durch einen automatisierten Ansparplan quasi dazu gezwungen bist, weniger Geld auzugeben.

Nach einiger Zeit der Übung wirst du rückblickend feststellen, dass du weniger Geld ausgibst, dein Lebensstandard aber eigentlich nicht wirklich schlechter ist als zuvor.

Außerdem liefert dir  das Weniger an zur Verfügung stehendem Geld eine tolle Motivation, deine Einkünfte zu erhöhen.

Und selbst mit diesen „lediglich“ 200€ betreibst du schon hervorragenden Vermögensaufbau.

Intuitiv denkt man, dass eine so verhältnismäßig niedrige Sparrate „nicht viel bringt“. Doch ist das wirklich so?

Man sollte den Zinseszinseffekt nicht vergessen, der zu exponentiellem, also überproportionalem Wachstum führt.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6% absolut realistisch ist.

Bei einem Investment in ETFs oder Einzelaktien ist das sogar eher vorsichtig kalkuliert.

Wie hoch der Vermögensaufbau bei welcher Sparrate und angenommenen Rendite ist, lässt sich leicht mit einem Sparplan-Rechner bestimmen.

Ohne nachzuschauen: Was schätzt du würde aus den monatlichen 200€ über die Zeit werden? Die Zahlen werden dich sicherlich überraschen:

Diagramm Vermögensaufbau mit 200€ im Monat

Pay yourself first – Eine Methode, die deine finanzielle Situation um Welten verbessern wird.

Ein konstanter Vermögensaufbau, cleverere Konsumentscheidungen und Motivation zur Einkommenssteigerung – viel besser geht es unserer Meinung nach nicht.

Letztendlich kann ein Kollege von dir dasselbe oder sogar mehr als du verdienen – wenn du aber Pay yourself first anwendest und er nicht garantieren wir dir, dass du am Ende finanziell viel, viel besser dastehen wirst.

Womit wir wieder beim guten alten Konfuzius sind:

„Von Natur aus sind die Menschen fast alle gleich. Erst Gewohnheiten entfernen sie voneinander.“