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So lautet die Verzinsung, die man heutzutage üblicherweise bei nahezu allen Banken auf sein Giro- bzw. Tagesgeldkonto erhält.

Dennoch haben sehr viele Menschen nahezu ihre kompletten Ersparnisse auf solch einem unverzinsten Konto.

Kein Investieren = Kein Risiko? – Im Gegenteil!

Doch woran liegt das? In erster Linie wissen viele Menschen einfach nicht, was sie stattdessen machen sollen und belassen es deshalb lieber bei der „sicheren“ Variante.

Jedoch muss man hier ganz klar sagen: Das einzige, was dabei sicher ist, ist dass deine Ersparnisse von Jahr zu Jahr durch die Inflation schrumpfen.

Legt man eine Inflationsrate von durchschnittlich 2% pro Jahr zugrunde, ist dein Geld in 35 Jahren nur noch die Hälfte wert.

Es bedarf also einer anderen Strategie – und diese ist unserer Meinung nach eine individuelle, auf dein Vermögen und deine Risikofreudigkeit angepasste Kapitalaufteilung.

Das Ergebnis sollte dein persönliches Portfolio sein, welches sowohl genug Absicherung gewährleistet als auch viel Potenzial in sich birgt.

Um dahin zu gelangen sollen dir die folgenden drei Schritte einen Leitfaden geben:

3 Schritte zur perfekten Vermögensaufteilung

Schritt 1: Gesamtüberblick & Basisabsicherung

Zuallererst solltest du dir einen Überblick darüber verschaffen, wie hoch dein derzeitiges Vermögen insgesamt ist.

Beziehe hierbei wirklich alle Aspekte mit ein, also neben den liquiden Mitteln auf allen Konten oder dem Sparbuch bzw. Bargeld auch bestehende „Investment-Produkte“ wie z.B. Bausparverträge, Investmentfonds oder Lebensversicherungen.

Nachdem du alles aufsummiert hast, solltest du einen Betrag festlegen, der deine „eiserne Reserve“ ist.

Diese sollte so hoch, dass du mit ihr deine gesamten Lebenshaltungskosten von 3 Monaten decken kannst.

Es empfiehlt sich, jenen Betrag auf einem separaten Konto anzulegen, welches du unter keinen Umständen anrührst.

Der Hintergrund dafür ist, dass du für den absoluten Notfall, z.B. ein Jobverlust oder der Wegfall vom Bafög, über eine ausreichende finanzielle Absicherung verfügst.

Schritt 2: Altlasten beseitigen und Liquiditätshöhe festlegen

Alles, was über deine „Notfallabsicherung“ hinausgeht, gilt es nun neu zu strukturieren.

Dabei ist vor allem wichtig, zuerst den „Müll“ zu beseitigen. Bausparverträge oder Lebensversicherungen sind Finanzprodukte, die völlig unlukrativ und in der Regel in Bezug auf ihre Kostenstruktur und Ausgestaltung intransparent und hochkomplex sind.

Ähnlich verhält es sich mit aktiv gemanagten Investmentfonds.

Wir hoffen, dass du kein derartiges Produkt besitzt.

Solltest du aus der Vergangenheit jedoch noch über ein solches verfügen, raten wir dir dringend, es falls dies ohne riesige Abschläge möglich ist, aufzulösen. Nahezu jede andere Art der Geldanlage ist sinnvoller.

Grundsätzlich hat Liquidität, also sofort verfügbares Geld auf beispielsweise einem Giro- oder Tagesgeldkonto, durchaus seine Wichtigkeit.

Zum einen verfügst du dadurch über die Möglichkeit, im Falle eines Börsencrashs oder wenn sich anderweitig lukrative Einstiegszeitpunkte bei einzelnen Aktientiteln ergeben „billig zu kaufen“.

Zum anderen vermeidest du es, aufgrund von Geldknappheit Aktien oder andere Wertpapiere (zu billig) verkaufen zu müssen.

Wir halten deshalb einen Liquiditätsanteil von 20-40% für sinnvoll.

Wie hoch dieser genau ausfällt hängt von deiner persönlichen Risikofreudigkeit ab.

Umso mehr Geld du zum Investieren bereitstellst, desto stärker kannst du dein Vermögen vermehren.

Schritt 3: Investieren

Der finale Schritt ist nun, die verbleibenden 60-80% deines Gesamtvermögens abzüglich der Notfallabsicherung zu investieren.

Dabei ist die Ausgestaltung dessen entscheidend davon abhängig, wie hoch dein Gesamtvermögen ist.

Wichtig ist, dass du eine ausreichend gute Diversifikation hast, d.h. du nicht zu stark von einem einzelnen Element, wie z.B. Aktien von nur einem Unternehmen abhängig bist.

So ist dieser Aspekt auf die jeweiligen Anlageklassen anzuwenden:

Passiv gemanagte Fonds/ ETFs

Passiv gemanagte Fonds bzw ETFs sind besonders für „Einsteiger“ hervorragend geeignet.

Sie bilden in der Regel ein breites Spektrum ab, wodurch du bereits mit wenig Geld eine hervorragende Diversifikation erreichen kannst.

So gibt es beispielsweise die sogenannten „Indexfonds“, die die komplette Wertentwicklung eines ganzen Index wie dem DAX oder dem MSCI World abbilden.

Du kaufst also damit quasi mit nur einem Fondanteil mehrere Dutzend, im Falle des MSCI World über 1000 Einzelaktien.

Darüber hinaus gibt es auch ETFs auf diverse andere Anlageklassen wie Rohstoffe (z.B. Öl), Währungen oder Anleihen.

Neben der guten Möglichkeit der Diversifikation auch ohne viel Geldeinsatz haben sie noch einen weiteren Vorteil:

Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, werden sie nicht aktiv von einer Investmentgesellschaft verwaltet und haben somit relativ niedrige Kosten.

Außerdem erfordern ETFs kein allzu großes „Detail-/Expertenwissen“, wie es beispielsweise bei Einzelaktien oder Immobilien von Nöten ist.

Einzelaktien

Die unserer Meinung nach spannendste und potenziell lukrativste, jedoch auch riskanteste Form der „grundlegenden“ Anlageklassen (mal abgesehen von hochspekulativen Assets wie Optionen oder Futures) ist ohne Zweifel die Einzelaktie.

Mit Aktien erwirbt man Anteile der jeweiligen Unternehmen und kann so an deren Entwicklung teilhaben.

Der Clou bei Einzelaktien ist, dass sie ein enormes Potenzial haben, das heißt, dass zwei -, teilweise sogar dreistellige Renditen durchaus in nicht allzu langer Zeit möglich sind.

Demgegenüber können Einzelaktien jedoch auch in relativ kurzer Zeit sehr stark im Wert fallen.

Um hier also langfristig Erfolg zu haben, musst du zum einen potenziell interessante Titel zunächst einmal finden und danach sehr starken Wert auf die Analyse des jeweiligen Unternehmens legen.

Zur Technik der Aktienfindung-/ und bewertung haben wir ein kostenloses eBook erstellt. Du kannst es dir auf unserer Homepage herunterladen.

Damit du auch hier eine gewisse Diversifikation erreichst empfehlen wir dir, dein Aktienportfolio mit mindestens 5 Einzelwerten zu bestücken.

Weiterhin sollte dein Investitionsvolumen pro Einzelwert mindestens 1000€ betragen, damit die Transaktionskosten im Verhältnis nicht zu stark ins Gewicht fallen.

Da allein der Anteil an Einzelaktien somit mindestens 5000€ beträgt, empfehlen wir ein Investment in dieser Anlageklasse ab einem Gesamtvermögen von 15 000€.

Edelmetalle – Gold

In jedes gut diversifizierte Portfolio gehört immer auch ein gewisser Anteil von Edelmetallen, da sie ein gutes „Gegengewicht“ zum Kapitalmarkt darstellen.

Die üblichsten Edelmetalle zur Kapitalanlage sind Silber, Palladium und natürlich Gold.

Der Anteil an Gold in deinem Portfolio sollte ca. 10-15% betragen

Immobilien

Immobilien ist die kapitalintensivste Anlageklasse.

Hier ist ein Investment erst ab einem Volumen im mittleren bis hohen 5-stelligen Bereich möglich, und dabei reden wir nur über den Erwerb von einer einzigen Immobilie.

Zweifelsohne weist ein Investment in Immobilien viele Vorteile, jedoch auch einige Risiken auf und ist grundlegend eher für finanzstarke Investoren geeignet.

Wir empfehlen daher, ein Investment in Immobilien erst ab einem Gesamtvermögen von mindestens 500 000€ in Betracht zu ziehen.

Nach dieser Vorstellung der einzelnen Anlageklassen wollen wir dir nun abschließend drei Beispiele geben, wie deine persönliche Kapitalaufteilung (nach Abzug der „Notfallabsicherung“) aussehen könnte:

Kapitalaufteilung 10000€

Kapitalaufteilung 20000€

Kapitalaufteilung bei 60000€

Wir hoffen, dir mit diesem Artikel einen guten Einblick gegeben zu haben, wie du dein Vermögen aufteilen und strukturieren kannst.

Weitergehende Fragen kannst du gern in den Kommentaren stellen.