Goldwert“ – „Die goldenen 20er“ – „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“

Dieses Adjektiv, Zeitalter und Sprichwort hast du bestimmt schon etliche Male gehört.

Ihre Gemeinsamkeit fällt schnell auf: Gold.

Es gibt wohl kaum einen anderen natürlichen Stoff auf dieser Welt, der mit so positiven Assoziationen behaftet ist und eine solche Anziehungskraft besitzt.

Man verbindet Gold intuitiv mit Reichtum und Werthaltigkeit. Gold wird seit Jahrtausenden bis zum heutigen Tag als reinster und unvergänglichster Vermögenswert angesehen.

Doch woher kommt das?

Die Magie von Gold

Wie bei so vielen Dingen im Leben spielt die Optik bzw. das äußere Erscheinungsbild eine gewichtige Rolle.

Gold hat einen unvergleichlichen natürlichen Glanz und ähnelt in seiner Farbe der Sonne, was einen gewissermaßen „erhabenen“, fast schon magischen Eindruck macht.

Welche Synapsen im Gehirn beim Anblick von Gold genau stimuliert werden kann dir vermutlich ein Psychologe oder auf Neurologie spezialisierter Arzt sagen.

Das Verlangen, beim Anblick von Gold dieses zu besitzen ist zumindest ein weit verbreitetes Phänomen, was auch schon in unzähligen Filmen verarbeitet wurde.

Ihm haftet außerdem der Ruf einer gewissen „Ewigkeit“ an. Gold altert, rostet und verwittert nicht.

Anders als andere Edelmetalle besitzt Gold auch eine außergewöhnliche Knappheit. Und was knapp bzw. selten ist, ist fast immer teuer.

Zusammengefasst können wir also schon einmal feststellen: Gold besitzt einen enormen intrinsischen und von realwirtschaftlichen Fakten entkoppelten Wert, der tief in der menschlichen Psychologie verankert und größtenteils unterbewusst ist.

Egal um welches Asset es geht, seien es Immobilien, Aktien, Währungen oder eben auch Gold, die entscheidende Größe für den Wert ist der Glaube der Massen an diesen Wert.

Und dieser besteht im Fall von Gold schon seit vielen Tausend Jahren.

Wie sagte der US-amerikanische Finanzier und Börsenspekulant Bernard Baruch einst treffend:

Gold funktionierte seit der Zeit Alexander des Großen. Wenn etwas über zweitausend Jahre Bestand hat, dann liegt das denke ich nicht an Vorurteilen oder einer falschen Theorie.

Ist Gold deshalb die sicherste und perfekte Anlage?

Wie bei allen kritischen Fragen gibt es auch hier keine simple und lapidare Antwort.

Deshalb wollen wir dir im Folgenden aufzeigen, welche Vor- und Nachteile Gold hat und wie du es in dein Portfolio integrieren solltest.

Vorteile – 7 Gründe für Gold

1. Psychologie und historische Werthaltigkeit

Wie wir dir schon oben aufgezeigt haben, weist Gold eine hohe Anziehungskraft und unterbewusste „Werthaltigkeits-Assoziation“ auf.

Es gibt keine andere Währung dieser Welt, die schon so lange Bestand hat. Deshalb ist der Spruch „Gold wird immer etwas wert sein“ nicht unberechtigt.

2. Gegengewicht zum Kapitalmarkt

Obwohl eine direkte, entgegengerichtete Korrelation zum Kapitalmarkt nicht vollkommen erwiesen ist:

Oftmals ist das Phänomen beobachtbar, dass viele Marktteilnehmer bei Krisen von anderen Anlageklassen, z.B. Aktien oder Immobilien, in Gold als subjektiv „sichere Anlage“ fliehen.

Auch deshalb macht eine Portfolio-Diversifizierung durch Investieren in Gold aus unserer Sicht durchaus Sinn.

3. Krisen – und Inflationsschutz – „Eiserne Reserve“

Es ist schon unzählige Male in allen Teilen der Welt vorgekommen, dass einzelne Währungen im Zuge einer „Hyper-Inflation“ nahezu vollständig entwertet wurden.

Womit konnte man aber in derartigen Zeiten so gut wie immer zahlen und was hat dabei seinen Wert entgegen der Währung nicht verloren, sondern eher zugenommen?

Gold.

Es stellt somit einen gewissen Schutz dar, selbst in Zeiten von großen finanziellen oder politischen Krisen (Kriege, Regierungs-Putsche) noch über eine „eiserne Reserve“ zur verfügen.

Es ist in diesen Zeiten ein tangibler, physischer Sachwert, der mit hoher Wahrscheinlichkeit immer einen Wert als Tauschmittel haben wird.

Wir gehören sicher nicht zu den Schwarzmalern und Pessimisten, die ein baldiges Ende des Euros oder einen 3. Weltkrieg akut befürchten.

Jedoch macht eine gewisse Absicherung Sinn und wer weiß schon, welche wilden Zeiten uns bevorstehen?

Einhundertmillionen Mark Schein

4. Knapp/- Seltenheit

Anders als im Falle von Geld ist die Menge an Gold nicht beliebig vermehrbar. Geld kann man nahezu unbegrenzt viel drucken (und dies praktiziert EZB-Chef Draghi derzeit im großen Stil).

Bei Gold setzt das natürliche Vorkommen sowie die schwierigen Förderungsmöglichkeiten auf Grenzen.

5. Wertsteigerung & Profitieren von Inflation

Diesen Punkt wollen wir nicht in den Vordergrund rücken, weil er aus unserer Sicht nicht das Hauptkriterium zum Investieren in Gold sein soll und kann.

Wir betrachten Gold anders als Aktien oder Immobilien nicht als Asset zur Wertsteigerungs- und Ertragserzielung, sondern als Portfolio-Diversifizierung und Absicherung. Doch mehr dazu unten im Fazit, wie du Gold in deinem Portfolio gewichten solltest.

Wir wollen uns, anders als viele selbsternannte „Finanz-Experten“ nicht als Hellseher darstellen und deswegen auch keine kurz- und mittelfristige Prognose für die Goldpreisentwicklung abgeben.

Das kann aus unserer Sicht nur jemand, der aus der Zukunft kommt.

Ob der Goldpreis steigt oder fällt sollte gar nicht mal interessant für dich sein.

Es sollte eine Art feste Sachanlage sein, welche du frei von jeglicher Spekulation fix in deinem Portfolio hältst.

Nichts desto trotz sind wir der Meinung, dass Gold allein aus volkswirtschaftlicher Sicht auf lange Sicht, ähnlich wie Aktien und Immobilien, nur steigen kann:

Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum getrimmt, ebenso wie es die menschliche Natur ist, nach Wachstum zu streben.

Geldpolitisch kann Wirtschaftswachstum nur durch zwei Faktoren realisiert werden, da mit Wirtschaftswachstum die Geldnachfrage automatisch steigt:

Zinserhöhung und Erhöhung der Geldmenge.

Eine zum Wirtschaftswachstum proportionale Zinserhöhung war in der Vergangenheit nicht feststellbar und ist auch nicht umsetzbar, weil dies zu einer Ausuferung der Zinsen auf lange Sicht führen würde.

Stattdessen wird, wie derzeit sehr massiv, die Geldmenge erhöht, was der Grund für stetige Inflation ist.

Doch während du bei Inflation wahrscheinlich intuitiv zunächst an etwas negatives denkst, weil du damit die Verteuerung von Konsumgütern verbindest (Lebensmittel, Kleidung etc. werden merklich immer teurer), kannst du dir die Inflation auch „zu Nutze machen“:

Wenn immer mehr Geld im System ist, müssen auf lange Sicht zwangsläufig nicht nur die Konsum-, sondern auch die Investitionsgüterpreise steigen.

Und damit ist es unter dem Postulat des stetigen Wirtschaftswachstums quasi unumgänglich, dass nicht nur die Sachwerte Aktien und Immobilien, sondern auch Gold langfristig im Wert steigen wird.

6. Steuerliche Vorteile

Ein riesiger Vorteil von Gold, vor allem im Vergleich zu anderen Edelmetallen wie Silber oder Palladium, ist die steuerliche Komponente:

Während du auf Silber und Palladium die Mehrwertssteuer in Höhe von 19% (!) zahlen musst (dein Investment ist damit hier also direkt nach Kauf quasi um 19% „gefallen“), ist Gold vollkommen von der Mehrwertsteuer befreit.

Und solltest du doch einmal einen Teil deines Goldes verkaufen wollen: Auch hier kannst du den vollen Verkaufspreis einstreichen und musst auch hier nicht wie bei Silber und Palladium 19% fix an den Staat abführen.

Ein weiterer Vorteil beim Verkauf, besonders im Vergleich zu z.B. Aktien:

Hast du das Gold ein Jahr oder länger gehalten, musst du auf durch den Verkauf erzielte Erträge keine Abgeltungs- oder Einkommenssteuer zahlen.

7. Leichte Verwahrbarkeit

In Gold kannst du auf „wenig Masse“ viel Wert aufbewahren. Eine Unze, also 31,1g hat derzeit einen Wert jenseits von 1000€.

Das heißt, dass du eine enorme Summe auf relativ kleinem Raum aufbewahren kannst und dementsprechend auch einen großen Vermögenswert leicht transportieren und aufbewahren kannst.

Zudem hat Gold mit 19,32 g/cm3 eine enorm hohe Dichte, d.h. dass z.B. 100 Gramm Gold verblüffend klein sind.

Dadurch kannst du in einem kleinen Bankschließfach Tausende Euros problemlos verwahren, wofür du bei Silber schon einen sehr großen Safe und bei Kupfer (was mir allen ernstes ein Finanzberater einmal empfohlen hat) eine ganze Garage bräuchtest.

Bankschließfach

Trotz all dieser Vorteile wollen wir Gold nicht als ultimative Anlage darstellen und dir die wesentlichen Kritikpunkte aufzeigen:

Die Nachteile von Gold – 5 Kritikpunkte

1.Kein passives Einkommen möglich

Anders als Immobilien über Mieteinkünfte oder Aktien über Dividende, erzeugt Gold keine fortlaufenden Erträge. Eine Vermehrung deines Vermögens durch Gold ist dadurch allein durch einen Anstieg des Goldpreises möglich.

2. Wertentwicklungspotenzial

Historisch ist ganz klar feststellbar, dass Gold gegenüber Aktien und Immobilen eine schwächere Wertentwicklung aufweist.

3. Glaube an Gold nicht auf ewig garantiert

Auch wenn der Glaube an Gold als Wertanlage seit Jahrtausenden besteht: Es gibt keine 100%ige Garantie dafür, dass Gold auf ewig seine derzeitige und historische Anziehungskraft beibehält.

Allerdings halten wir es für höchst unwahrscheinlich, dass es hier eine signifikante Veränderung geben wird.

4. Überschätzte Wertstabilität

Gold ist nicht dermaßen „wertstabil“ wie es oft behauptet oder vermutet wird. Auch bei Gold ist eine nicht unbeträchtliche Volatilität, also Wertschwankung feststellbar.

5. Risiko der Enteignung durch den Staat

In der Historie ist es schon einige Male vorgekommen, dass der Goldbesitz in Krisensituationen ähnlich wie im Fall von Immobilien staatlich verboten wurde und Goldbesitzer dadurch enteignet wurden.

Auch dies stellt aber aus unserer Sicht keinen gewichtigen Nachteil dar, weil es hier eine relativ einfach Maßnahme gibt, um dem vorzubeugen. Mehr dazu in den Tipps.

Nachdem wir dir nun aufgezeigt haben, welche wesentlichen Vor- und Nachteile Gold hat nun noch einige wertvolle Tipps, die du im Umgang mit Gold beachten solltest:

Die 5 Top Tipps für das Investieren in Gold

1.Anonymer Erwerb

Kaufe Gold immer anonym! Das bedeutet, dass du dafür sorgen solltest, dass dein Golderwerb nicht nachverfolgbar ist.

So beugst du dem oben erwähnten Risiko der Enteignung vor.

Dazu kaufst du dein Gold am besten vor Ort bei einem seriösen Goldhändler und zahlst mit Bargeld.

Jeder gute Goldhändler weiß um diesen Umstand und wird dir diese Bezahlart sogar raten.

2. Kauf bei renommierten Händlern

Kaufe dein Gold nur bei renommierten Händlern!

Natürlich ist Gold auch z.B. auf dem Flohmarkt erwerbbar (oft günstiger), jedoch solltest du nicht zu geizig sein und den Kauf von Falschgold riskieren.

Renomierte Goldhändler sind z.B. ProAurum oder Philoro.

3. Kauf in physischer Form & als Anlagemetall

Kaufe dein Gold immer in physischer Form! Natürlich gibt es zu Gold alle denkbaren Wertpapiere, seien es ETFs, Zertifikate oder Hebelprodukte.

Diese haben jedoch neben höheren Kosten (Gebühren und Steuerpflichtigkeit) nicht den Vorteil des Tauschmittels in Krisensituationen.

Du solltest außerdem wissen, dass es Gold in Form von Barren und Münzen gibt und bei Münzen beachten, keine Sammler- , sondern Anlagemünzen zu kaufen.

Sammlermünzen haben einen Preis deutlich über dem eigentlichen Goldpreis und sind deswegen als Investment weniger geeignet als Münzen zur Kapitalanlage.

Um welche Art es sich handelt ist in der Regel ausgeschrieben und kannst du im Zweifel bei deinem Goldhändler nachfragen oder den veranschlagten Preis mit dem aktuellen Goldpreis abgleichen.

4. Ignoriere den tagesaktuellen Goldpreis

Setze dich bezüglich des Goldpreises einer „Informationsdiät“ aus!

Wie wir schon oben angeführt haben solltest du Gold nicht als Spekulationsobjekt betrachten und deshalb nicht ständig schauen, wie viel dein Gold im Moment wert ist.

Behandle es als fixen Vermögenswert und sage dir nicht „Ich habe 5 000€ in Gold angelegt“ sondern „Ich habe einen Teil meines Geldes in 5 Unzen Gold angelegt“.

Ignoriere etwaige Meldungen, die dir entweder einen baldigen rapiden Absturz oder explosiven Anstieg des Goldpreises prophezeien!

5. Verwahre dein Gold so sicher wie möglich

Verwahre dein Gold sicher! Unstrittig hat Gold einen hohen Wert auf geringer Masse und ist deshalb für „Diebe und Einbrecher“ mit das beste Ziel überhaupt.

Wir empfehlen dir die Verwahrung in einem kleinen Bankschließfach (in der Regel für <50€/Jahr anmietbar).

Solltest du es jedoch unbedingt zu Hause aufbewahren wollen, dann nur in einem „bombensicheren“ und nicht ohne weiteres transportierbaren Safe.

Fazit – Unsere Empfehlung

Zusammenfassend wollen wir dir folgendes mit auf den Weg geben:

Gold weist unbestreitbare und potenziell fast schon essentielle Vorteile auf (allen voran die Absicherung für große Krisensituationen).

Demgegenüber hat es jedoch auch besonders was die Ertragsmöglichkeiten angeht entscheidende Nachteile gegenüber anderen Anlageklassen, weswegen du es nicht als „ultimative Geldanlage“ betrachten solltest.

Aus unserer Sicht gehört zu jedem sinnvoll strukturierten Portfolio ein gewisser Anteil an Gold dazu.

Deshalb empfehlen wir dir, 10-15% deines Gesamtvermögens in Gold anzulegen.

So hast du dein Portfolio sinnvoll diversifiziert, bist gegen etwaige Turbulenzen gut abgesichert und verfügst dennoch über reichlich Kapazitäten für andere Anlageformen.

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