Wolkenkratzer

Investieren in Immobilien - Warum es nur für Großanleger und Experten geeignet ist

„Nur was für große Spekulanten.“

– André Kostolany

So eindeutig und bestimmt formulierte Investoren – Legende André Kostolany in seinem zeitlosen Klassiker „Die Kunst über Geld nachzudenken“ seine Meinung zum Thema Immobilien.

Sicherlich war der Immobilienmarkt wie er selbst zugab nicht sein Fachgebiet, jedoch dürfte er im Laufe seiner Karriere mit einigen Immobilienprofis in Berührung gekommen sein.

Durch seine enorm weitreichenden Erfahrungen hat er sich wohl ein gutes Bild machen können und ist schließlich zu der zitierten allgemeinen Ansicht gekommen.

Kostolanys „Reich waren immer die Aktien“. Genauso ist es bei uns (wobei wir uns natürlich in keinster Weise auch nur annähernd auf Kostolanys Stufe stellen wollen).

Dennoch haben wir uns im Bereich Immobilien einiges an Wissen angeeignet und wollen dir mit diesem Artikel die grundsätzlichen Vor- und Nachteile aufzeigen und dir eine generelle Empfehlung geben, ob und wie du in Immobilien investieren solltest.

Die Vorteile

Unbestritten sind Immobilien eine enorm attraktive Anlageklasse mit einigen relativ einzigartigen Vorzügen.

Passives Einkommen

Der wohl am häufigsten angeführte Vorteil von Immobilien ist, dass man durch sie die Möglichkeit auf einen laufenden (üblicherweise monatlichen) Cash-Flow in Form von Mieteinkünften hat.

Dadurch kann man zum einen die Kreditraten bedienen, falls die Immobilie fremdfinanziert ist, oder den zusätzlichen Einkommensstrom zum Vermögensaufbau nutzen.

Es gibt kaum eine andere Anlageklasse, bei der sich so gute Möglichkeiten auf laufende Erträge bieten.

Steuereffizienz

Alle Kosten, die eine Immobilie verursacht, kannst du steuerlich geltend machen.

Das heißt, dass du deinen einkommenssteuerpflichtigen (bei Immobilie in Privatbesitz ) bzw. körperschaftssteuerpflichtigen (wenn Immobilie in Körperschaftsbesitz) Betrag um die Höhe aller Aufwendungen reduzieren kannst.

Die wesentlichsten Aufwendungen sind:

Bankkreditzinsen, Handwerkerkosten, Investitionen ins Gebäude, Verwaltungskosten, Reparaturen und Abschreibungen.

Profitieren von Niedrigzins & Inflation

Auch wenn wir bei jeder Anlageklasse eine Finanzierung aus Eigenkapital einer Fremdfinanzierung vorziehen würden:

Bei Immobilien ist ein Kauf, der zu einem großen Teil durch einen Bankkredit realisiert wird, durchaus eine Überlegung wert.

Zum einen sind die Zinsen derzeit so niedrig, dass ein Kredit keine großen „Mehrkosten“ verursacht.

Zum anderen kann man über einen Kredit von der Inflation profitieren:

Der von der Bank geliehene Betrag muss zwar in voller Höhe über die festgelegte Dauer zurückgezahlt werden, jedoch nimmt die Kaufkraft des Geldes inflationsbedingt immer weiter ab.

Somit ist die „reale Höhe“ deines Kredits in z.B. 10 Jahren ca. 20% niedriger als zum jetzigen Zeitpunkt.

Die Folge: Der Realwert deiner Kreditraten nimmt immer weiter ab, d.h. die zu zahlenden Beträge werden für dich real immer niedriger.

Wertsteigerung

Wie jede andere Anlageform können natürlich auch Immobilien im Wert steigen.

Besonders in stark wachsenden Großstädten ist ein kontinuierlicher Anstieg des Mietniveaus beobachtbar, wodurch dementsprechend auch die Immobilienpreise hier stark ansteigen.

Aufgrund der weiter zunehmenden Urbanisierung kann man davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung im Allgemeinen fortsetzen wird.

Doch beachte: Wie überall gibt es hierfür weder Garantien noch Gesetzmäßigkeiten!

Wertsteigerungen von Immobilien hängen vor allem von der Makro (z.B. Berlin) – und Mikrolage (z.B. Neukölln) der einzelnen Immobilie ab.

Hier ein grober Überblick, was die wesentlichen Faktoren bei der Auswahl der Makro- und Mikrolage deines potenziellen Immobilieninvestments sind:

Makro- und Mikrostandorte für Immobilien

Portfolio-Diversifizierung

Vielleicht kennst du den alten Investment-Spruch Lege niemals alle Eier in einen Korb!“

Er zielt darauf ab, dass es keine ultimative Anlageklasse gibt und es deshalb immer sinnvoll ist, sein Portfolio mit verschiedenen sinnvollen Assets zu bestücken.

Wenn du über eine gewisse finanzielle Stärke verfügst (unsere Meinung: ab 500 000€ Gesamtvermögen), gehört in dein Portfolio definitiv auch ein gewisser Anteil an Immobilieninvestments.

So kannst du von den aufgezählten Vorteilen von Immobilien profitieren, machst deine gesamte finanzielle Situation aber nicht zu stark von dieser einen Anlageklasse abhängig.

Denn eines ist klar: Auch Immobilien haben einige Nachteile bzw. Tücken, auf die du achten solltest:

Die Nachteile

Zeitaufwand & Opportunitätskosten

Anders als bei anderen Anlageklassen wie z.B. Aktien oder Gold erfordern Immobilien einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand.

Du musst dich laufend um die verschiedensten Sachen kümmern.

Am Anfang mag man diesen Punkt unterschätzen, deshalb haben wir dir eine kleine Auswahl an möglichen „Zeitfressern“ zusammengestellt:

  • Fremdkapital-Beschaffung
  • Maklertermine
  • diverse Instandhaltungs- und Renovierungsmaßnahmen
  • Streitigkeiten bzw. Probleme mit Mietern
  • Eigentümerversammlungen

Worauf wir hinauswollen: Immobilien sind eine Anlageform, bei der du verhältnismäßig  enorm viel Zeit investieren musst.

Dies führt dazu, dass du im Vergleich zu beispielsweise Aktien Zeit einbüßt, um in anderen Bereichen Geld zu verdienen.

Denn es gilt für quasi jeden von uns: Zeit ist Geld!

Liquidierbarkeit

Auch bei diesem „Nachteil“ müssen wir den Vergleich zu Aktien ziehen:

Während du eine Aktie innerhalb weniger Minuten zum Marktpreis verkaufen kannst, kann es bei Immobilien teilweise Monate dauern, bis du deinen angepeilten Verkaufspreis erzielst.

Besonders wenn du sehr schnell Geld benötigst, kann ein hoher Anteil an Immobilien in deinem Portfolio dazu führen, dass du entweder viel zu billig verkaufen musst oder nicht so schnell wie gewünscht an Geld kommst.

Unberechenbare äußere Einflüsse

Besonders bei Immobilien besteht eine erhöhte Gefahr, dass du kaum vorhersehbaren Risiken zum Opfer fällst.

Naturkatastrophen, Kriege, Vandalismus, Staatseingriffe – manche Dinge kann man selbst bei bester Risikoprävention nicht verhindern.

All diese Faktoren können im schlimmsten Fall zum Totalausfall deines Investments führen.

Kosten

Wie bei jedem Investment sollte man nicht nur die Renditemöglichkeiten, sondern auch die Kostenstruktur beachten.

Kaum eine andere Anlageform ist mit so vielfältigen und stark zu Buche schlagenden Aufwendungen verbunden.

Während du bei einer Aktie zur Anschaffung lediglich die (besonders bei Direktbanken wie comdirect) realtiv geringfügigen Brokergebühren zahlen musst, verursachen Immobilien schon am Anfang enorme Kosten:

Fremdkapitalzinsen, Maklergebühren, Anwaltskosten (Rechtsstreitigkeiten und Mietvertragserstellung) und Renovierungsaufwendungen – viele Immobilieninvestoren sind im Nachhinein erschrocken, wie viel eine kleine Wohnung verschlucken kann.

Hinzu kommen laufende Kosten der Instandhaltung und „außergewöhnliche“ Kosten für z.B. die Beteiligung an der Erneuerung des Fahrstuhls in einem Wohnungskomplex oder die Reparatur von Inneneinrichtung.

Mietausfälle und Leerstände

Es gibt leider keinerlei Garantien dafür, dass der große Vorteil des passiven Einkommens permanent gewährleistet ist:

Bei Kündigung eines Mieters ist es keine Seltenheit, dass eine Wohnung einmal ein paar Monate leer steht, bis ein neuer geeigneter Mieter gefunden ist.

In diesem Zeitraum kannst du logischerweise keine Mieteinkünfte generieren.

Weiterhin besteht immer das Risiko, an „schlechte Mieter“ zu geraten, die entweder Mietzahlungen extrem verschleppen oder ganz auslassen.

Zwar kommt man über kurz oder lang an seine legitimen Mieten, jedoch sind besonders beim Umgang mit sogenannten „Mietnomaden“ wieder viel Zeit und Nerven gefragt.

Wertverlust

Genauso wie du von Wertsteigerungen deiner Immobilie profitieren kannst, ist durchaus auch ein Wertverfall möglich.

Besonders starke Abnutzung oder die Verschlechterung der Wohnlage durch z.B. den Wegfall von Lebensqualität (Grünflächen verschwinden, Lärm- und Schadstoffbelastung durch neues Kraftwerk etc) können einen erheblichen Einfluss haben.

Auch kann die Verlegung von großen Betriebsstandorten zu einem rapiden Abfall der Immobilienpreise in einem Gebiet führen.

Stell dir vor, wie dramatisch die Immobilienpreise in Wolfsburg fallen würden, wenn VW sein Werk hier schließen würde …

Verführung zu Überinvestition durch niedriges Zinsniveau

Vielleicht hast du schon einmal von markigen Sprüchen wie „Mit 0€ Startkapital in 5 Jahren zum Immobilien-Millionär“ gehört.

Dahinter steckt der Grundgedanke, dass es derzeit extrem einfach ist, von einer Bank einen Immobilienkredit mit kaum bis keinem Eigenkapital zu bekommen.

Die Strategie sieht dann vor, über die Mieteinkünfte die Fremdkapitalzinsen abzubezahlen und so Stück für Stück ein Immobilien-Imperium aufzubauen.

Wir wollen gar nicht bestreiten, dass diese Taktik für einige Investoren gut funktioniert hat.

Jedoch ist es unserer Meinung nach unverantwortlich, dies als quasi „risikolosen Masterplan“ zu verkaufen.

Denn Risiken gibt es enorm viele: Besonders wenn man über kaum Liquidität verfügt, kann man dadurch ganz schnell in der Privatinsolvenz landen.

Mietausfälle, die verhindern, dass man seine Kreditraten bedienen kann oder unerwartete Instandhaltungsmaßnahmen können dich an den Rande der Zahlungsunfähigkeit führen.

Auch eine Verschlechterung deiner Bonität oder ein außerordentlicher Wertverlust deiner Immobilie können dazu führen, dass deine kreditgebende Bank zusätzliche Sicherheiten verlangt und du Kapital nachschießen musst.

Wenn du dieses dann nicht hast, sieht es ganz düster aus, da dann dein Besitz zwangsliquidiert wird. Und  das dann meist zu keinem guten Preis.

Achte also darauf, dass dein Immobilienbesitz niemals höher ist als dein Gesamtvermögen!

Fehlende Diversifikation

Vielleicht hast du dich gewundert, dass wir oben geschrieben haben, dass Immobilieninvestments erst ab einem Gesamtvermögen von 500 000€ sinnvoll sind:

Jede Anlageklasse, seien es Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe, Kryptowährungen oder Immobilien, weisen sowohl Vor- als auch Nachteile bzw. Risiken auf.

Deshalb solltest du im Sinne der Risikostreuung kein Asset in deinem Portfolio Übergewichten.

Ein Anteil einer Anlageklasse an deinem Portfolio von über 50% ist niemals empfehlenswert!

Du solltest dir bewusst sein, dass der Erwerb einer einzigen Immobilie mindestens einen mittleren fünfstelligen Betrag erfordert.

Und genauso wie man nicht sein komplettes Aktieninvestment auf ein einziges Unternehmen beschränken sollte, sollte man auch sein Immobilieninvestment nicht auf nur ein Objekt auslegen.

Die Konsequenz: Um deine gesamte finanzielle Lage nicht von einer oder ganz wenigen Immobilien anhängig zu machen, solltest du nur in Immobilien investieren, wenn du über genügend Kapital verfügst, um mehrere Objekte zu erwerben.

Daran siehst du nun, warum wir von einem Mindestvermögen von 500 000€ sprechen:

Nehmen wir an, du entscheidest, 40% deines Kapitals in Immobilien zu investieren.

In den Punkten oben haben wir dir aufgezeigt, dass diverse Risiken bestehen, wodurch du deine  Immobilieninvestments zumindest auf 3 Objekte diversifizieren solltest.

Eine Eigentumswohnung in guter Makro- und Mikrolage wirst du erst ab 60 – 70 000€ finden. Somit sind wir bei einer Gesamtinvestition von 200 000€.

Damit diese Summe nicht höher als 40% deines Gesamtkapitals entspricht, landen wir also bei den besagten 500 000€.

Das mag zunächst einmal übertrieben klingen, aber wenn du das Risiko-Chance-Verhältnis auf einem vernünftigen Niveau halten willst, ist dies die harte Realität.

Benötigtes Expertenwissen

Egal um welche Anlageklasse es sich handelt: Ohne sich wirklich gut auszukennen hat man selten Chancen, gut zu investieren.

Sowohl auf dem Aktien- als auch Immobilienmarkt ist es statistisch gesehen so, dass ca. 90% der Marktteilnehmer Verluste machen.

Und das liegt nicht daran, dass die Chancen in diesen Anlageklassen so schlecht sind, sondern dass die meisten investieren, ohne über das notwendige Fachwissen zu verfügen.

Besonders bei Immobilien gibt es extrem viele Gesichtspunkte, auf die du achten musst und viele Fallstricke, die du kennen und umgehen solltest.

Deshalb können wir dir nur wärmstens ans Herz legen, nicht wie viele andere überhastet in Immobilien zu investieren, sondern dich erst einmal umfassend fortzubilden.

Eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist im deutschsprachigen Raum zum Beispiel Gerald Hörhan.

In seinen Büchern, Seminaren, auf seinem Youtube-Kanal als auch in seiner Onlineplattform „Investment Punk Academy“ (die ich selbst begeistert nutze) lehrt er sehr tiefgreifend die verschiedensten Facetten, die man beim Investieren in Immobilien beachten sollte.

Nur mit wirklichem Expertenwissen ist es wahrscheinlich, dass du mit Immobilien finanziell erfolgreich wirst.

Fazit

Es gibt kaum einen großen Investor, der nicht in irgend einer Form in Immobilien investiert hat.

Und das aus gutem Grund: Passives Einkommen, steuerliche Vorteile und Wertsteigerungsmöglichkeiten können ein Investment in diesem Asset sehr lukrativ machen.

Dennoch solltest du nicht leichtfertig Immobilien als im Vergleich zu Aktien „sichere Anlage“ betrachten.

Wie wir dir oben aufgezeigt haben, ist auch diese Anlageklasse mit einigen Risiken verbunden.

Wir wollen die abschließend eine Top 5 Checkliste an die Hand geben, die du in jedem Fall vor dem Investieren in Immobilien beachten solltest

1. Expertenwissen

Bevor du überhaupt darüber nachdenkst, eine Immobilie zu erwerben, solltest du über wirklich fundiertes Fachwissen verfügen. Der Leitspruch lautet daher:

Erst in Bildung investieren, dann in Immobilien!

2. Hohes Gesamtkapital

Wie wir dir dargelegt haben, solltest du über mindestens 500 000€ Gesamtvermögen verfügen, um dein Risiko vernünftig über mehrere Objekte streuen zu können.

3. Bereitschaft zu hohem Zeitaufwand

Eine Besonderheit von Immobilien ist, dass sie mit einem hohen zeitlichen Aufwand für die Verwaltung und Instandhaltung verbunden sind.

Du musst also genug Zeit investieren können und wollen!

4. Gute Kontakte haben

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg ist im Immobilienbereich, über sehr gute Beziehungen zu verfügen.

Ohne eine dir wohlgesonnene Bank, einen stark vernetzten und seriösen Makler und einen guten Anwalt wird es schwierig, mit Immobilien Erfolg zu haben.

5. Gut gelegenes & lukratives Objekt finden

Auch wenn du die vorherigen Punkte beachtet hast: Heutzutage wird es immer schwieriger, wirklich gute Immobilieninvestments zu finden.

Sowohl die Lage, also der Makro- und Mikrostandort (siehe oben), als auch die Rentabilität, müssen passen.

Wichtigster Anhaltspunkt für die Lukrativität einer Immobilie ist die Mietrendite, also das Verhältnis von Kaufpreis und erzielbarer Miete.

Wir empfehlen dir, nur Objekte ab einer Mietrendite von 5% pro Jahr in Betracht zu ziehen.

Wenn du all diese Punkte beachtest und erfolgreich in der Praxis umsetzt, können Immobilien für dich ein hervorragendes Investment sein und dein Portfolio perfekt ergänzen.

Dieser Artikel soll dir lediglich einen ersten Einblick in die Welt der Immobilien gegeben haben.

Solltest du dich darüber hinaus für Immobilien interessieren, können wir dir nochmals wie schon oben erwähnt den Investment Punk Gerald Hörhan absolut empfehlen.


Goldbarren

Ist investieren in Gold sinnvoll? Die Vor- und Nachteile

Goldwert“ – „Die goldenen 20er“ – „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“

Dieses Adjektiv, Zeitalter und Sprichwort hast du bestimmt schon etliche Male gehört.

Ihre Gemeinsamkeit fällt schnell auf: Gold.

Es gibt wohl kaum einen anderen natürlichen Stoff auf dieser Welt, der mit so positiven Assoziationen behaftet ist und eine solche Anziehungskraft besitzt.

Man verbindet Gold intuitiv mit Reichtum und Werthaltigkeit. Gold wird seit Jahrtausenden bis zum heutigen Tag als reinster und unvergänglichster Vermögenswert angesehen.

Doch woher kommt das?

Die Magie von Gold

Wie bei so vielen Dingen im Leben spielt die Optik bzw. das äußere Erscheinungsbild eine gewichtige Rolle.

Gold hat einen unvergleichlichen natürlichen Glanz und ähnelt in seiner Farbe der Sonne, was einen gewissermaßen „erhabenen“, fast schon magischen Eindruck macht.

Welche Synapsen im Gehirn beim Anblick von Gold genau stimuliert werden kann dir vermutlich ein Psychologe oder auf Neurologie spezialisierter Arzt sagen.

Das Verlangen, beim Anblick von Gold dieses zu besitzen ist zumindest ein weit verbreitetes Phänomen, was auch schon in unzähligen Filmen verarbeitet wurde.

Ihm haftet außerdem der Ruf einer gewissen „Ewigkeit“ an. Gold altert, rostet und verwittert nicht.

Anders als andere Edelmetalle besitzt Gold auch eine außergewöhnliche Knappheit. Und was knapp bzw. selten ist, ist fast immer teuer.

Zusammengefasst können wir also schon einmal feststellen: Gold besitzt einen enormen intrinsischen und von realwirtschaftlichen Fakten entkoppelten Wert, der tief in der menschlichen Psychologie verankert und größtenteils unterbewusst ist.

Egal um welches Asset es geht, seien es Immobilien, Aktien, Währungen oder eben auch Gold, die entscheidende Größe für den Wert ist der Glaube der Massen an diesen Wert.

Und dieser besteht im Fall von Gold schon seit vielen Tausend Jahren.

Wie sagte der US-amerikanische Finanzier und Börsenspekulant Bernard Baruch einst treffend:

Gold funktionierte seit der Zeit Alexander des Großen. Wenn etwas über zweitausend Jahre Bestand hat, dann liegt das denke ich nicht an Vorurteilen oder einer falschen Theorie.

Ist Gold deshalb die sicherste und perfekte Anlage?

Wie bei allen kritischen Fragen gibt es auch hier keine simple und lapidare Antwort.

Deshalb wollen wir dir im Folgenden aufzeigen, welche Vor- und Nachteile Gold hat und wie du es in dein Portfolio integrieren solltest.

Vorteile – 7 Gründe für Gold

1. Psychologie und historische Werthaltigkeit

Wie wir dir schon oben aufgezeigt haben, weist Gold eine hohe Anziehungskraft und unterbewusste „Werthaltigkeits-Assoziation“ auf.

Es gibt keine andere Währung dieser Welt, die schon so lange Bestand hat. Deshalb ist der Spruch „Gold wird immer etwas wert sein“ nicht unberechtigt.

2. Gegengewicht zum Kapitalmarkt

Obwohl eine direkte, entgegengerichtete Korrelation zum Kapitalmarkt nicht vollkommen erwiesen ist:

Oftmals ist das Phänomen beobachtbar, dass viele Marktteilnehmer bei Krisen von anderen Anlageklassen, z.B. Aktien oder Immobilien, in Gold als subjektiv „sichere Anlage“ fliehen.

Auch deshalb macht eine Portfolio-Diversifizierung durch Investieren in Gold aus unserer Sicht durchaus Sinn.

3. Krisen – und Inflationsschutz – „Eiserne Reserve“

Es ist schon unzählige Male in allen Teilen der Welt vorgekommen, dass einzelne Währungen im Zuge einer „Hyper-Inflation“ nahezu vollständig entwertet wurden.

Womit konnte man aber in derartigen Zeiten so gut wie immer zahlen und was hat dabei seinen Wert entgegen der Währung nicht verloren, sondern eher zugenommen?

Gold.

Es stellt somit einen gewissen Schutz dar, selbst in Zeiten von großen finanziellen oder politischen Krisen (Kriege, Regierungs-Putsche) noch über eine „eiserne Reserve“ zur verfügen.

Es ist in diesen Zeiten ein tangibler, physischer Sachwert, der mit hoher Wahrscheinlichkeit immer einen Wert als Tauschmittel haben wird.

Wir gehören sicher nicht zu den Schwarzmalern und Pessimisten, die ein baldiges Ende des Euros oder einen 3. Weltkrieg akut befürchten.

Jedoch macht eine gewisse Absicherung Sinn und wer weiß schon, welche wilden Zeiten uns bevorstehen?

Einhundertmillionen Mark Schein

4. Knapp/- Seltenheit

Anders als im Falle von Geld ist die Menge an Gold nicht beliebig vermehrbar. Geld kann man nahezu unbegrenzt viel drucken (und dies praktiziert EZB-Chef Draghi derzeit im großen Stil).

Bei Gold setzt das natürliche Vorkommen sowie die schwierigen Förderungsmöglichkeiten auf Grenzen.

5. Wertsteigerung & Profitieren von Inflation

Diesen Punkt wollen wir nicht in den Vordergrund rücken, weil er aus unserer Sicht nicht das Hauptkriterium zum Investieren in Gold sein soll und kann.

Wir betrachten Gold anders als Aktien oder Immobilien nicht als Asset zur Wertsteigerungs- und Ertragserzielung, sondern als Portfolio-Diversifizierung und Absicherung. Doch mehr dazu unten im Fazit, wie du Gold in deinem Portfolio gewichten solltest.

Wir wollen uns, anders als viele selbsternannte „Finanz-Experten“ nicht als Hellseher darstellen und deswegen auch keine kurz- und mittelfristige Prognose für die Goldpreisentwicklung abgeben.

Das kann aus unserer Sicht nur jemand, der aus der Zukunft kommt.

Ob der Goldpreis steigt oder fällt sollte gar nicht mal interessant für dich sein.

Es sollte eine Art feste Sachanlage sein, welche du frei von jeglicher Spekulation fix in deinem Portfolio hältst.

Nichts desto trotz sind wir der Meinung, dass Gold allein aus volkswirtschaftlicher Sicht auf lange Sicht, ähnlich wie Aktien und Immobilien, nur steigen kann:

Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum getrimmt, ebenso wie es die menschliche Natur ist, nach Wachstum zu streben.

Geldpolitisch kann Wirtschaftswachstum nur durch zwei Faktoren realisiert werden, da mit Wirtschaftswachstum die Geldnachfrage automatisch steigt:

Zinserhöhung und Erhöhung der Geldmenge.

Eine zum Wirtschaftswachstum proportionale Zinserhöhung war in der Vergangenheit nicht feststellbar und ist auch nicht umsetzbar, weil dies zu einer Ausuferung der Zinsen auf lange Sicht führen würde.

Stattdessen wird, wie derzeit sehr massiv, die Geldmenge erhöht, was der Grund für stetige Inflation ist.

Doch während du bei Inflation wahrscheinlich intuitiv zunächst an etwas negatives denkst, weil du damit die Verteuerung von Konsumgütern verbindest (Lebensmittel, Kleidung etc. werden merklich immer teurer), kannst du dir die Inflation auch „zu Nutze machen“:

Wenn immer mehr Geld im System ist, müssen auf lange Sicht zwangsläufig nicht nur die Konsum-, sondern auch die Investitionsgüterpreise steigen.

Und damit ist es unter dem Postulat des stetigen Wirtschaftswachstums quasi unumgänglich, dass nicht nur die Sachwerte Aktien und Immobilien, sondern auch Gold langfristig im Wert steigen wird.

6. Steuerliche Vorteile

Ein riesiger Vorteil von Gold, vor allem im Vergleich zu anderen Edelmetallen wie Silber oder Palladium, ist die steuerliche Komponente:

Während du auf Silber und Palladium die Mehrwertssteuer in Höhe von 19% (!) zahlen musst (dein Investment ist damit hier also direkt nach Kauf quasi um 19% „gefallen“), ist Gold vollkommen von der Mehrwertsteuer befreit.

Und solltest du doch einmal einen Teil deines Goldes verkaufen wollen: Auch hier kannst du den vollen Verkaufspreis einstreichen und musst auch hier nicht wie bei Silber und Palladium 19% fix an den Staat abführen.

Ein weiterer Vorteil beim Verkauf, besonders im Vergleich zu z.B. Aktien:

Hast du das Gold ein Jahr oder länger gehalten, musst du auf durch den Verkauf erzielte Erträge keine Abgeltungs- oder Einkommenssteuer zahlen.

7. Leichte Verwahrbarkeit

In Gold kannst du auf „wenig Masse“ viel Wert aufbewahren. Eine Unze, also 31,1g hat derzeit einen Wert jenseits von 1000€.

Das heißt, dass du eine enorme Summe auf relativ kleinem Raum aufbewahren kannst und dementsprechend auch einen großen Vermögenswert leicht transportieren und aufbewahren kannst.

Zudem hat Gold mit 19,32 g/cm3 eine enorm hohe Dichte, d.h. dass z.B. 100 Gramm Gold verblüffend klein sind.

Dadurch kannst du in einem kleinen Bankschließfach Tausende Euros problemlos verwahren, wofür du bei Silber schon einen sehr großen Safe und bei Kupfer (was mir allen ernstes ein Finanzberater einmal empfohlen hat) eine ganze Garage bräuchtest.

Bankschließfach

Trotz all dieser Vorteile wollen wir Gold nicht als ultimative Anlage darstellen und dir die wesentlichen Kritikpunkte aufzeigen:

Die Nachteile von Gold – 5 Kritikpunkte

1.Kein passives Einkommen möglich

Anders als Immobilien über Mieteinkünfte oder Aktien über Dividende, erzeugt Gold keine fortlaufenden Erträge. Eine Vermehrung deines Vermögens durch Gold ist dadurch allein durch einen Anstieg des Goldpreises möglich.

2. Wertentwicklungspotenzial

Historisch ist ganz klar feststellbar, dass Gold gegenüber Aktien und Immobilen eine schwächere Wertentwicklung aufweist.

3. Glaube an Gold nicht auf ewig garantiert

Auch wenn der Glaube an Gold als Wertanlage seit Jahrtausenden besteht: Es gibt keine 100%ige Garantie dafür, dass Gold auf ewig seine derzeitige und historische Anziehungskraft beibehält.

Allerdings halten wir es für höchst unwahrscheinlich, dass es hier eine signifikante Veränderung geben wird.

4. Überschätzte Wertstabilität

Gold ist nicht dermaßen „wertstabil“ wie es oft behauptet oder vermutet wird. Auch bei Gold ist eine nicht unbeträchtliche Volatilität, also Wertschwankung feststellbar.

5. Risiko der Enteignung durch den Staat

In der Historie ist es schon einige Male vorgekommen, dass der Goldbesitz in Krisensituationen ähnlich wie im Fall von Immobilien staatlich verboten wurde und Goldbesitzer dadurch enteignet wurden.

Auch dies stellt aber aus unserer Sicht keinen gewichtigen Nachteil dar, weil es hier eine relativ einfach Maßnahme gibt, um dem vorzubeugen. Mehr dazu in den Tipps.

Nachdem wir dir nun aufgezeigt haben, welche wesentlichen Vor- und Nachteile Gold hat nun noch einige wertvolle Tipps, die du im Umgang mit Gold beachten solltest:

Die 5 Top Tipps für das Investieren in Gold

1.Anonymer Erwerb

Kaufe Gold immer anonym! Das bedeutet, dass du dafür sorgen solltest, dass dein Golderwerb nicht nachverfolgbar ist.

So beugst du dem oben erwähnten Risiko der Enteignung vor.

Dazu kaufst du dein Gold am besten vor Ort bei einem seriösen Goldhändler und zahlst mit Bargeld.

Jeder gute Goldhändler weiß um diesen Umstand und wird dir diese Bezahlart sogar raten.

2. Kauf bei renommierten Händlern

Kaufe dein Gold nur bei renommierten Händlern!

Natürlich ist Gold auch z.B. auf dem Flohmarkt erwerbbar (oft günstiger), jedoch solltest du nicht zu geizig sein und den Kauf von Falschgold riskieren.

Renomierte Goldhändler sind z.B. ProAurum oder Philoro.

3. Kauf in physischer Form & als Anlagemetall

Kaufe dein Gold immer in physischer Form! Natürlich gibt es zu Gold alle denkbaren Wertpapiere, seien es ETFs, Zertifikate oder Hebelprodukte.

Diese haben jedoch neben höheren Kosten (Gebühren und Steuerpflichtigkeit) nicht den Vorteil des Tauschmittels in Krisensituationen.

Du solltest außerdem wissen, dass es Gold in Form von Barren und Münzen gibt und bei Münzen beachten, keine Sammler- , sondern Anlagemünzen zu kaufen.

Sammlermünzen haben einen Preis deutlich über dem eigentlichen Goldpreis und sind deswegen als Investment weniger geeignet als Münzen zur Kapitalanlage.

Um welche Art es sich handelt ist in der Regel ausgeschrieben und kannst du im Zweifel bei deinem Goldhändler nachfragen oder den veranschlagten Preis mit dem aktuellen Goldpreis abgleichen.

4. Ignoriere den tagesaktuellen Goldpreis

Setze dich bezüglich des Goldpreises einer „Informationsdiät“ aus!

Wie wir schon oben angeführt haben solltest du Gold nicht als Spekulationsobjekt betrachten und deshalb nicht ständig schauen, wie viel dein Gold im Moment wert ist.

Behandle es als fixen Vermögenswert und sage dir nicht „Ich habe 5 000€ in Gold angelegt“ sondern „Ich habe einen Teil meines Geldes in 5 Unzen Gold angelegt“.

Ignoriere etwaige Meldungen, die dir entweder einen baldigen rapiden Absturz oder explosiven Anstieg des Goldpreises prophezeien!

5. Verwahre dein Gold so sicher wie möglich

Verwahre dein Gold sicher! Unstrittig hat Gold einen hohen Wert auf geringer Masse und ist deshalb für „Diebe und Einbrecher“ mit das beste Ziel überhaupt.

Wir empfehlen dir die Verwahrung in einem kleinen Bankschließfach (in der Regel für <50€/Jahr anmietbar).

Solltest du es jedoch unbedingt zu Hause aufbewahren wollen, dann nur in einem „bombensicheren“ und nicht ohne weiteres transportierbaren Safe.

Fazit – Unsere Empfehlung

Zusammenfassend wollen wir dir folgendes mit auf den Weg geben:

Gold weist unbestreitbare und potenziell fast schon essentielle Vorteile auf (allen voran die Absicherung für große Krisensituationen).

Demgegenüber hat es jedoch auch besonders was die Ertragsmöglichkeiten angeht entscheidende Nachteile gegenüber anderen Anlageklassen, weswegen du es nicht als „ultimative Geldanlage“ betrachten solltest.

Aus unserer Sicht gehört zu jedem sinnvoll strukturierten Portfolio ein gewisser Anteil an Gold dazu.

Deshalb empfehlen wir dir, 10-15% deines Gesamtvermögens in Gold anzulegen.

So hast du dein Portfolio sinnvoll diversifiziert, bist gegen etwaige Turbulenzen gut abgesichert und verfügst dennoch über reichlich Kapazitäten für andere Anlageformen.

Nothing found.


Haus auf Taschenrechner

Warum ein Bausparvertrag keine sinnvolle Investition ist

Es gibt kaum einen Lebenstraum, der tiefer in den meisten Menschen verankert ist: Die eigenen vier Wände.

Die großen Banken haben sich das, clever wie sie sind, zu Nutze gemacht und ein speziell dafür konzipiertes Finanzprodukt entwickelt:

Den Bausparvertrag.

Und der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben:

Der Bausparvertrag wurde bisher rund 26 Millionen mal verkauft und ein Ende des Booms ist noch längst nicht in Sicht – jährlich werden circa 2 Millionen Neuverträge abgeschlossen.

Die gesamte abgeschlossene Bausparsumme beträgt unglaubliche 800 Milliarden Euro – das entspricht in etwa der Marktkapitalisierung aller 30 DAX Unternehmen.

In der freien Marktwirtschaft heißt es häufig: „Der Konsument hat immer recht.“ 

Wenn also so viele Menschen einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, dann muss er doch auch sinnvoll sein, oder?

Mit diesem Artikel wollen wir dir aufzeigen, warum genau das Gegenteil der Fall ist.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Der Grundgedanke eines Bausparvertrags wird häufig mit der Idee des „gemeinsamen Sparens“ umschrieben.

Er dient der langfristigen Realisierung von sogenannten „wohnwirtschatlichen Zwecken“, worunter der Kauf oder die Renovierung von Immobilien, das Bezahlen von Inneneinrichtung und das Tilgen von Immobilienkrediten fällt.

Im Bausparvertrag wird eine bestimmte Bausparsumme festgelegt, die nach Ablauf des Vertrages realisiert sein soll.

Dazu werden drei Phasen durchlaufen:

Ansparphase:

Zuerst „spart“ der Kunde einen vertraglich festgelegten prozentualen Anteil der Bausparsumme.

Dieser beläuft sich im Schnitt auf circa 40-50%. Die Besonderheit hierbei ist, dass die monatliche Ansparrate um einen garantierten Betrag verzinst wird.

Dieser Garantiezins ist in Folge des allgemein niedrigen Zinsniveaus in den letzten Jahren immer weiter zurück gegangen. Aktuell liegt er bei ca. 1,5%.

Zuteilungsphase:

Ist die festgeschriebene Sparsumme erreicht und alle anderen Kriterien (Mindestsparzeit, Garantien etc.) erfüllt, erfolgt die Zuteilung, also die Freigabe des Kredits durch die Bausparkasse. Das ist der Betrag, der zur gesamten Bausparsumme fehlt.

Darlehensphase:

Nun kommt es zur Auszahlung des Kredits, mit dem der Kunde letztendlich sein Vorhaben umsetzen kann.

Das Kapital wird durch den „großen Topf der Bausparer“ finanziert, speist sich also aus dem durch alle Bausparer in der Ansparphase angehäuften Geld.

Daher kommt der am Anfang erwähnte Grundgedanke des „gemeinsamen Sparens“. Anschließend zahlt der Kunde in monatlichen Raten das Darlehen zurück.

Der Darlehenszins, also die Kosten des Kredits, sind ebenfalls vorab festgelegt und somit unabhängig von den Zinsen am Geldmarkt.

Beispiel: Bausparvertrag einer großen deutschen Bausparkasse

Vor – und Nachteile anhand der Argumentation eines großen deutschen Kreditinstituts

Schauen wir uns die sogenannten „6 guten Gründe für Bausparen“ einmal an.

1. Eigenkapital aufbauen und niedrige Zinsen sichern

Durch Bausparverträge wird Eigenkapital aufgebaut – das ist wie als würde man sagen, man trainiert seine Muskeln, indem man jeden Tag eine Packung von 6 Wasserflaschen vom Supermarkt nach Hause trägt.

Der Effekt ist minimal. Wie oben schon erwähnt beträgt der Zins auf das in der Ansparphase aufzubauende Kapital ca. 1,5% – das ist niedriger als die Inflationsrate.

Und dabei sind die zahlreichen Kosten, zu denen wir später noch kommen, nicht einmal mit eingerechnet.

Hier ernsthaft von Vermögensaufbau zu sprechen ist schlicht und ergreifend lächerlich.

Außerdem sichert man sich durch einen Bausparvertrag niedrige Zinsen. Das stimmt zwar soweit, jedoch steht dieses Argument auf extrem wackligen Füßen.

Die derzeit niedrigen Zinsen kann man sich auch durch einen herkömmlichen Kredit sichern, wo die anderweitigen Kosten eines Bausparvertrags (Abschluss- und Verwaltungsgebühr) nicht anfallen.

Es kann auch niemand vorhersagen, ob die Zinsen in den nächsten Jahren wieder signifikant steigen. Die Anzeichen sprechen eher dagegen.

Sollte in Zukunft also kein rasanter Anstieg des Zinsniveaus erfolgen, wäre dieses Argument völlig bedeutungslos.

Ein Finanzprodukt auf der Schätzung einer unvorhersehbaren wirtschaftlichen Entwicklung aufzubauen ist unserer Meinung nach indiskutabel.

2. Langfristige Planungssicherheit

Was hier als großer Vorteil angepriesen wird, ist in unseren Augen eines der Kernprobleme.

Planungssicherheit heißt in diesem Kontext nichts weiter, als dass dein Kapital auf Jahre im Bausparvertrag „gefangen“ ist.

Allein die Ansparphase dauert im Allgemeinen ca. 5 Jahre.

Wenn wir vom obigen Beispiel des Vertrags ausgehen, bedeutet das also eine monatliche Sparrate von 500€ (da Ansparsumme = 30 000€).

Danach folgen 10 Jahre der Kreditrückzahlung mit einer Monatsrate von über 400€.

In der ersten Phase wird der „Vermögensaufbau“ mit 1,5% Zinsen unterstützt, in der Darlehensphase fallen logischerweise sogar Darlehenszinsen (hier 2,15%) an, es wird also „negativer Vermögensaufbau“ betrieben.

Halten wir fest: Ein Bausparvertrag verschafft dir also Planungssicherheit darüber, dass du dein Geld nicht für wesentlich bessere Anlageformen nutzen kannst.

Nothing found.

„In spätestens 10 Jahren wollen wir unseren Traum vom eigenen Haus verwirklichen.“ – Sonja (29) und Stefan (32).

So bewirbt eine große deutsche Bausparkasse ihren Bausparvertrag.

Die heutige Zeit ist so schnelllebig, dass solche extrem langfristigen Aussagen schon in kürzester Zeit keine Bedeutung mehr haben können.

Um über viele Jahre die geforderten Spar- und Darlehensraten bedienen zu können, darf sich finanziell beim Kunden nichts verschlechtern.

Wer garantiert, dass Sonja und Stefan in den nächsten Jahren ihr Gehaltsniveau halten können bzw. nicht in die Arbeitslosigkeit rutschen?

Oder dass einer ihrer Eltern nicht zum Pflegefall wird und sie ein teures Altersheim bezahlen müssen? Oder sie selbst erkranken und berufsunfähig werden?

Oder sie in 10 Jahren überhaupt noch ein (Ehe-)Paar sind?

Es gibt unzählige Szenarien, die den Traum vom Eigenheim zerstören können und den Bausparvertrag zur zusätzlichen Last werden lassen können.

Und ganz am Rande: Dass die Bezeichnung „Traum“ in Bezug auf ein Eigenheim sehr diskutabel ist und in fast allen Fällen genau das Gegenteil ist, zeigen wir dir hier:

Nothing found.

Und an der entscheidenden Stelle ist es um die Planungssicherheit dann doch nicht so gut bestellt:

Der Zeitpunkt der Darlehenszuteilung.

Ein Bausparvertrag gibt keinen festen Zeitpunkt an, wann dem Kunde tatsächlich das Darlehen bewilligt wird.

Obwohl das doch eigentlich wichtig wäre, um z.B. für den Kauf eines Eigenheims „Planungssicherheit“ zu haben, oder?

3. Staatliche Förderung

Arbeitnehmerzulage von 9%/Jahr, Wohnungsbauprämie von 8%/Jahr und Riester-Förderung.

Das klingt natürlich erstmal grandios und wird in Beratungsgesprächen (wir finden passender: Verkaufsgespräche) als „Sahnehaube“ präsentiert, nach dem Motto:

„Sie können sich sogar noch exklusive Förderungen vom Staat sichern, worauf warten sie noch?“.

Wie so häufig im Leben trügt der Schein jedoch.

Die Arbeitnehmerzulage und Wohnungsbauprämie wird nur Personen gewährt, welche die Einkommensgrenzen von 17 900€ (ANZ) bzw. 25 600€/Jahr (WBP) nicht überschreiten.

Die Krux: Menschen, die unterhalb dieser Grenzen liegen, werden kaum in einigermaßen sinnvoller Weise in der Lage sein, die Spar- und Darlehensraten zu bedienen.

Davon abgesehen ist die Höhe dieser Förderungen so gering, dass sie im Verhältnis zum Gesamtvolumen und den Kosten gar nicht erwähnenswert sind.

Die 9 bzw. 8% beziehen sich nur auf Maximalbeträge  von 512€ bzw. 470€.

Selbst wenn man also für diese Förderungen berechtigt ist:

Ob 46€ bzw. 43€ im Jahr bei auf der anderen Seite derart hohen Kosten hier als gewichtige Argumente gelten können, ist äußerst fragwürdig.

Einzig die Riester Förderung können der Großteil der Kunden nutzen. Jeder Arbeitnehmer, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat Anspruch auf jährlich 154€.

Das große Argument „staatliche Förderung“ baut sich also auf gerade einmal 154€ im Jahr auf.

Vergleicht man das mit den enormen Kosten, kann man vom berühmten „Tropfen auf den heißen Stein“ sprechen.

4. Ausgezeichnete Anbieter

Ein großes deutsches Kreditinstitut wirbt hier damit, laut einem Test ein „ausgezeichneter Anbieter“ zu sein.

Auch hier eine kleines Beispiel:

Der Tabellenführer der 3. Bundesliga kann sich mit Recht als sehr gut bezeichnen – in Bezug auf seine unterklassige Kategorie.

Verglichen mit einem Verein der 1. oder 2. Liga ist er hingegen kaum konkurrenzfähig.

Genauso verhält es sich beim Thema Bausparverträge. Selbst der beste Anbieter weist die oben aufgeführten krassen Negativaspekte auf, nur in etwas „geschönter Form“.

Der beste Anbieter hat dann vielleicht statt 1,5% einen Garantiezins von 1,7%, eine Ausgabegebühr von „nur“ 1% auf die Gesamtsumme (also auch die Ansparsumme!) statt 2% und einen Darlehenszins von 2,1 statt 2,3%.

All das ändert jedoch überhaupt nichts daran, dass Bausparverträge in ihrer Grundstruktur durch die enormen Kosten für den Kunden unlukrativ sind und zu Abhängigkeiten führen (Vertrag über viele Jahre).

5. Cleverer Baustein der Immobilienfinanzierung

Warum das Wort „clever“ mit einem Bausparvertrag wenig zutun hat. haben wir dir hoffentlich in den vorherigen Punkten ausreichend erläutert.

Und als kleiner Vorgriff auf den oben verlinkten Artikel über den Sinn und Unsinn von Eigenheimen:

Die Realisierung von selbst genutzten Immobilien oder gar Inneneinrichtung über jede Form von Krediten macht finanziell in keinem Fall Sinn.

Egal wie oft es dir Banken erzählen: Ein Eigenheim ist keine Investition, sondern ein Konsumgut.

Und Konsumgüter solltest du niemals, wirklich niemals fremdfinanzieren, sonst gehst du ein hohes Risiko ein, bankrott zu gehen. Aber mehr dazu wie gesagt im Eigenheim-Artikel.

6. Verwendungsmöglichkeiten

Hier macht es uns das als Beispiel herangezogene Kreditinstitut besonders leicht. In der näheren Erläuterung zu diesem Argument gibt sie an, dass über das Bausparguthaben frei verfügt werden kann.

Die Qualität besteht also darin, über sein eigenes Geld frei entscheiden zu dürfen. Beachtlich, oder?

Eine Einschränkung macht sie aber dennoch: Wer die zuvor angepriesenen staatlichen Förderungen nicht verlieren möchte, kann über das Guthaben erst nach Ablauf der 7-jährigen Bindungsfrist verfügen.

Fazit

Wenn du nach einer teuren Möglichkeit sucht, dich auf viele  Jahre in eine finanzielle Abhängigkeit zu begeben, dann bist du mit einem Bausparvertrag gut beraten.

Wenn du das jedoch nicht willst raten wir dir mehr als deutlich von diesem Finanzprodukt ab.


Hände schütteln nach Vertragsschluss

Die Lebensversicherung - Warum sie keine sinnvolle Altersvorsorge ist

Nike Sneaker, Whatsapp, Lebensversicherungen.

Was meinst du haben diese drei auf den ersten Blick völlig verschiedenen Dinge gemeinsam?

Sehr viele Menschen haben bzw. nutzen sie. Und was sehr viele haben muss gut sein, richtig?

Falsch. Social Proof (deutsch „soziale Bewährtheit“) mag in einigen Lebensbereichen ein guter Anhaltspunkt sein.

In Bezug auf Nike Sneaker und Whatsapp kann man durchaus der Meinung sein, dass es sich um gute Dinge handelt.

Bei Lebensversicherungen hingegen definitiv nicht.

Dieses Finanzprodukt wurde in der Vergangenheit von Banken und Versicherungen mit Abstand am meisten verkauft.

Bei Lebensversicherungen wird oft von „des Deutschen liebste Anlageform“ gesprochen.

Insgesamt sind derzeit 88 Millionen Lebensversicherungen im Umlauf.

Das heißt, dass durchschnittlich jeder Deutsche mehr als eine davon besitzt.

In unseren Augen ein absoluter Skandal. Warum, wollen wir dir in diesem Artikel aufzeigen.

Ein überholtes Geschäftsmodell

Das Grundproblem ist das Geschäftsmodell von Banken und Versicherungen.

Alles, was du beim Betreten ihrer Filiale siehst, sei es der moderne Empfangsbereich, die glänzende Außenfassade, die hochwertigen Computer oder jeder einzelne Mitarbeiter – all das muss finanziert werden.

Und zwar mit dem Geld von uns – den Kunden.

Keine Bank oder Versicherung der Welt stellt reale, greifbare Produkte her. Ihre Leistung ist es, sogenannte Finanzprodukte zu erstellen.

Was ist darunter überhaupt zu verstehen?

Ein Finanzprodukt ist ein immaterielles Konstrukt, welches der Kapitalanlage dienen soll.

Es ist also im Idealfall so gestaltet, dass der Kunde mit ihm die Möglichkeit hat, sein Geld gewinnbringend anzulegen.

Die Bank wiederum verdient ihr Geld damit, auf das Finanzprodukt verschiedene Provisionen und Gebühren zu verlangen.

„Qualität kostet“ wird dann häufig von den Bankberatern als Rechtfertigung dessen angegeben.

Schauen wir uns also einmal an, wie hoch die „Qualität“ in der Realität tatsächlich ist.

Lebensversicherungen als Altersvorsorge für jedermann?

Wie schon oben erwähnt gilt die Lebensversicherung noch heute als „des Deutschen liebste Anlageform“. Doch woher kommt das?

Für die meisten Menschen ist das Thema Finanzen und Altersvorsorge ein Buch mit sieben Siegeln.

Aus Vertrauen, vielleicht auch aus Faulheit, wird daher oft die Verantwortung abgegeben und der Gang zum Finanzberater gewählt.

Lasse dich aber nicht täuschen: Ein Bankangestellter, mit dem du ein „Beratungsgespräch“ hast, ist nichts weiter als ein Verkäufer, der nur seine und die Interessen seiner Bank im Sinn hat.

Das wichtigste finanzielle Thema für fast jeden ist die Altersvorsorge.

Die logische Konsequenz für die Banken war also, ein für sie möglichst lukratives Altersvorsorge-Produkt zu entwickeln, diesem einen schönen Namen zu geben und dann so stark und häufig wie möglich zu bewerben.

Das Ergebnis: Die Lebensversicherung, die 88 Millionen mal verkauft wurde.

Das Prinzip

Der Sinn einer Lebensversicherung ist es, das Leben im Alter finanziell abzusichern. Dafür zahlt man vertraglich festgeschriebene Beiträge monatlich ein.

Auf diese bekommt man einen sogenannten Garantiezins, um den die Einzahlungen „vermehrt“ werden.

Wenn man das Alter von 62 Jahren erreicht, kann die Lebensversicherung ausbezahlt werden und man soll im Idealfall seinen Lebensabend abgesichert haben.

Die Kritik

1. Hohe Kosten

Wenn du Geld anlegst, tust du das doch sicher nicht, um am Ende weniger herauszubekommen, oder?

Leider ist in den allermeisten Fällen genau das bei Lebensversicherungen das Ergebnis.

Ein Hauptgrund sind vor allem die enorm hohen Kosten.

Oft sind zusätzlich zu der Bank, die dir eine Lebensversicherung schmackhaft machen will, noch Versicherungs- und Fondgesellschaften beteiligt.

Jede dieser Parteien will ein Stück vom Kuchen abbekommen und muss mit diesen Einnahmen ihre eigenen hohen Kosten decken, die durch ihre nicht mehr zeitgemäße Struktur anfallen.

Infrastruktur, Personal, Marketing – all das muss durch dein Geld finanziert werden.

Im Allgemeinen kannst du davon ausgehen, dass nur mit zwischen 60 und 80% deiner Einzahlungen tatsächlich dein Vermögensaufbau voran getrieben wird.

Der Rest? Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren, Provisionen.

2. Anlagestrategien

Wenn nur mit einem so geringen Anteil deiner Einzahlungen der Mehrwert für dein Alter geschaffen werden soll, müssten doch wenigstens diese Beträge effektiv vermehrt werden, oder?

Leider nicht. Stattdessen wird auf weitgehend risikoarme Anlageformen wie Anleihen oder Pfandbriefe gesetzt.

Risikoarm heißt im Finanzbereich aber auch leider renditearm – dabei wären hohe Renditen dringend erforderlich, um die hohen Kosten zu decken.

Vermehrt wird dein Geld allenfalls um einen Garantiezins, der jedoch in den letzten Jahren immer weiter gefallen ist.

Derzeit liegt er bei ca. 1,75%. Einige Anbieter können aufgrund des niedrigen Zinsniveaus gar keinen Garantiezins mehr gewährleisten.

Um Chancen auf höhere Renditen zu bieten, werden in letzter Zeit häufig auch fondgebundene Lebensversicherungen angeboten.

Das heißt, dass die Einzahlungen automatisch in einen zuvor ausgewählten, aktiv gemanagten Fond fließen.

Das Problem hierbei ist jedoch, dass damit die Beteiligung einer Fondgesellschaft am Vertrag einhergeht, wodurch die Kosten noch weiter steigen.

Außerdem haben in der Vergangenheit auch aktiv gemanagte Fonds extrem selten wirklich überzeugt und quasi nie den Gesamtmarkt outperformt.

Nothing found.

Hohe Kosten und niedrige Erträge – Dass das nicht funktionieren kann, liegt auf der Hand. Doch leider waren das nicht die einzigen Negativpunkte …

3. Extreme Inflexibilität und Bindung

Wenn du jemals einen Großteil des Geldes, das du eingezahlt hast, wieder sehen willst, musst du bis zum Vertragsende eisern die festgeschriebenen Beiträge zahlen.

Tust du es nicht bzw. kündigst du deine Lebensversicherung vorzeitig, musst du mit enormen Abschlägen rechnen.

Außerdem kannst du dir deine Beiträge in den meisten Fällen erst ab 62 auszahlen lassen.

Dein Geld ist also auf Jahrzehnte in einer schlechten Anlageform gefangen, ohne dass du darauf Zugriff hast.

Unflexibler kann eine Geldanlage nicht sein.

Geldbeutel in der Klammer

4. Steuern

Als wäre all das nicht schon genug kommen steuerliche Nachteile hinzu.

In fast jeder Lebensversicherung ist es so geregelt, dass das angesparte Kapital versteuert werden muss.

Auch dieser Aspekt führt im Endeffekt dazu, dass sich deine finanzielle Absicherung für Alternoch mehr reduziert.

5. Komplexität

Der Vertrag einer Lebensversicherung umfasst nahezu immer weit über 50 Seiten.

Sind wir ehrlich:

Wer nimmt sich die Zeit, um all das bis ins kleinste Detail zu prüfen?

In der Realität versucht dich der Bankberater solange mit den wunderbar klingendsten Phrasen zu überzeugen, bis du einfach nur noch „Ja“ sagst.

Kostenstruktur, Beitragsverpflichtungen, steuerliche Aspekte, Kündigungseventualitäten, Auszahlungsmodalitäten.

Eine Lebensversicherung ist an Komplexität nicht zu überbieten.

Hier können wir dir einen Rat von Investoren-Legende Warren Buffett geben:

„Kaufe nie, was du nicht verstehst“

– Warren Buffett

Fazit

Das gute ist, dass du die genauen Details einer Lebensversicherung gar nicht verstehen musst.

Es handelt sich ähnlich wie beim Bausparvertrag um ein unlukratives und in Abhängigkeit führendes Finanzprodukt.

Im Vergleich zu Bausparverträgen ist es sogar noch einen Tick schlimmer, weil die Kosten noch höher sind und der Vertrag dich dein ganzes Arbeitsleben bindet.

Eine Lebensversicherung blockiert einen Großteil von dem Geld, welches du ansonsten für sinnvollen Vermögensaufbau nutzen würdest.

Sie ist genau das Mittel, welches deine finanzielle Absicherung im Alter verhindert.

Aus diesem Grund hoffen wir, dass wir dir mit diesem Artikel aufgezeigt haben, dass du beim nächsten Beratungsgespräch in deiner Bank sagen solltest:

„Eine Lebensversicherung für meine Altersvorsorge? – Nein danke!“


Mann vor Auto

Warum ein Auto doppelt soviel kostet wie du denkst

Das Auto – für den einen Statussymbol oder Leidenschaft, für andere nur Mittel zum Zweck.

Letztendlich ist es jedoch in den allermeisten Fällen vor allem eins: ein Gebrauchsgegenstand.

Und zwar der für die meisten Menschen wahrscheinlich teuerste überhaupt.

Grund genug für uns, dass wir das ganze Thema einmal aus finanzieller Sicht genauer für dich beleuchten.

Die Kosten eines Autos

Neben dem Anschaffungspreis, der deine liquiden Mittel sofort schmälert, verursacht das Auto nicht zu vernachlässigende laufende bzw. monatliche Kosten für Benzin, Versicherung und Reparaturen bzw. Wartungen.

Es gibt nahezu keine Einzelposition auf der Ausgabenseite, die deine finanzielle Situation so stark beeinflusst wie das Auto.

Die Entscheidungen, die du diesbezüglich triffst, sind für deinen Vermögensaufbau und damit letztendlich deinen Wohlstand sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft enorm bedeutend.

Jeder Euro, den du mehr in dein Auto steckst, ist ein Euro weniger, den du investieren kannst.

Der Unterschied zwischen Konsum- und Investitionsgut

Um es dir noch einmal zu verdeutlichen: Ein Auto ist ein Konsumgut und verliert permanent an Wert.

Man kann davon ausgehen, dass der Wert eines Autos im Durchschnitt nach 12 Jahren nur noch ca. 10% des Neupreises beträgt.

Jetzt könnte man meinen, dass ein Auto, welches 22 000€ kostet, dein Vermögen in den nächsten 12 Jahren um 20 000€ zuzüglich der erwähnten laufenden Kosten verringert.

Dabei wird aber eines nicht beachtet: Während Konsumgüter wie eben ein Auto im Wert fallen, steigern Investitionsgüter wie Aktien in der Regel auf kurz oder lang ihren Wert.

Und von diesen kannst du durch den Kauf ein Autos damit weniger kaufen.

Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

Angenommen, du kaufst dir jetzt ein neues Auto für 22 000€ und ein Freund von dir kauft sich dasselbe Modell, nur als vier Jahre alten Gebrauchtwagen für 11 000€ (ein Auto verliert in der Regel in den ersten 4 Jahren 50% seines Wertes).

In 12 Jahren wird dein Auto nur noch ca. 2000€ wert sein, das deines Freundes ist dann nahezu wertlos.

Jedoch hat er die 11 000€, die er weniger für sein Auto ausgegeben hat, damals in Aktien investiert und eine durchschnittliche Rendite von jährlich 6% erzielt, was wie die Vergangenheit zeigt, mehr als realistisch ist.

Nach den 12 Jahren sind, dieser Rendite zu Grunde gelegt, aus seinen investierten 11 000€ ca. 22 000€ geworden.

Die Abschreibung eines Autos – Die entscheidende Größe

Halten wir fest: Ihr habt beide 12 Jahre dasselbe Auto gefahren mit dem einzigen Unterschied, dass deines ein Neu – und das deines Freundes ein Gebrauchtwagen war.

Jedoch sind von deinen anfänglichen 22 000€ nur noch 2000€ übrig, während dein Freund durch das Investieren des gesparten Geldes wieder über die Ausgangssumme verfügt.

Seien wir ehrlich: Es hat keinen riesigen Einfluss auf deine Lebensqualität, ob dein Auto ein Neuwagen oder 4 Jahre  alt ist.

Ob die Abschreibungssumme aber 20 000€ oder 11 000€ und du dadurch nach 10 Jahren 20 000€ mehr oder weniger hast,  ist ein gewaltiger Unterschied.

Die Top 5 Checkliste vor dem Autokauf

Eines musst du dir beim Thema Auto immer vergegenwärtigen: Es ist und bleibt nur ein Gebrauchsgegenstand.

Wenn es dein Ziel ist, dass du sowohl kurz- als auch langfristig finanziell gut aufgestellt bist, solltest du diesbezüglich die folgenden Grundsätze beachten:

1. Brauchst du WIRKLICH ein Auto?

Überlege zunächst, ob du überhaupt wirklich ein Auto brauchst.

Besonders für Menschen, die in Großstädten bzw. Städten mit einem gut ausgebauten Nahverkehrsnetz leben, sind nahezu alle Wege relativ problemlos zu bewältigen.

Zudem sind auch längere Reisen durch Mitfahrgelegenheiten, Fernbusse bzw. die Deutsche Bahn oft realisierbar.

Uns ist bewusst, dass nicht jeder auf ein Auto verzichten kann, vor allem wenn man in eher ländlichen Gebieten lebt.

Wenn du jedoch auch andere Lösungen finden kannst, solltest du abwägen.

Ist dir die „Bequemlichkeit“ wirklich so enorm viel Geld wert?

Anders gesagt: Das Verzichten auf ein Auto und die damit verbundenen Anschaffungs – und Haltungskosten wird definitiv deine finanzielle Situation stark verbessern.

Mit den gesparten Kosten für ein Auto hast du nicht nur mehr Geld zum Investieren und damit für den Vermögensaufbau, sondern kannst außerdem auch noch mehr Geld in andere Bereiche stecken, die deine Lebensqualität erhöhen, wie z.B. Reisen.

2. Maximales Kaufpreis-Budget festlegen

Bist du zu dem Entschluss gekommen, dass du auf ein Auto angewiesen bist? Dann überlege dir genau, was du dir leisten kannst.

Es macht schlicht und ergreifend wirtschaftlich keinen Sinn, dass du dich wegen deinem Auto finanziell in Schwierigkeiten bringst.

Ein guter Richtwert ist unserer Meinung nach, dass der Anschaffungspreis deines Autos nicht höher als sechs Netto-Monatsgehälter sein sollte.

3. Kaufe niemals einen Neuwagen!

Vor allem in den ersten Jahren ist der Wertverlust bzw. die Abschreibung eines Autos am größten.

Der Nutzenunterschied zwischen einem Neu- und Gebrauchtwagen steht in keinem Verhältnis zum finanziellen Unterschied.

Deshalb halten wir es für am sinnvollsten, wie im vorherigen Beispiel einen 4- bzw 5-Jahreswagen für ca. 50% des Neupreises zu kaufen.

4. Laufende Kosten

Achte auf die laufenden Kosten deines Autos!

Du solltest nicht nur die Anschaffungspreise vergleichen, sondern auch die zu erwartenden laufenden Kosten.

Beispiel: Dir gefällt ein Modell von Alfa Romeo und eines von BMW.

Wenn der Alfa Romeo 3000€ günstiger ist mag das zunächst erstmal ein Kaufgrund sein.

Beachte aber, dass hohe Spritkosten, Reparaturen und eine kürzere Lebensdauer im Endeffekt viel teurer sein können als der Unterschied im Kaufpreis.

5. Kein Raten- und Leasingkauf

Kaufe dein Auto weder auf Raten, noch lease es!

Ratenkäufe und Leasing lassen ein Auto günstiger und „finanzierbarer“ erscheinen, als es tatsächlich ist.

Das kann dich dazu verleiten, dir ein Auto zu kaufen, welches du dir eigentlich gar nicht leisten kannst.

Im Endeffekt handelt es sich hierbei um nichts weiter als Konsumschulden, die du unbedingt vermeiden solltest (und das nicht nur beim Auto sondern bei generell allen Konsumgütern wie Fernsehern, Möbeln etc.).

Sie machen dich finanziell abhängig und haben nicht wenige schon in den Bankrott getrieben.

Fazit

Zusammenfassend wollen wir also folgendes festhalten:

Unbestreitbar macht ein Auto den Alltag bequemer und kann damit deine Lebensqualität erhöhen.

Nicht selten ist man schlichtweg auch einfach darauf angewiesen.

Letztendlich solltest du dir jedoch immer im Klaren sein, welche Auswirkungen ein Auto sowohl kurz- als auch langfristig auf deine Finanzen hat.

Deshalb solltest du genau abwägen, was unter dem Strich wirklich sinnvoll für dich und deine Ziele ist.

Wenn du die obigen fünf Grundsätze vor deinem Kauf beachtet hast, steht dem Fahrvergnügen nichts mehr im Weg!


Kuchendiagramm zur Kapitalaufteilung

Geldanlage - So solltest du dein Vermögen aufteilen!

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So lautet die Verzinsung, die man heutzutage üblicherweise bei nahezu allen Banken auf sein Giro- bzw. Tagesgeldkonto erhält.

Dennoch haben sehr viele Menschen nahezu ihre kompletten Ersparnisse auf solch einem unverzinsten Konto.

Kein Investieren = Kein Risiko? – Im Gegenteil!

Doch woran liegt das? In erster Linie wissen viele Menschen einfach nicht, was sie stattdessen machen sollen und belassen es deshalb lieber bei der „sicheren“ Variante.

Jedoch muss man hier ganz klar sagen: Das einzige, was dabei sicher ist, ist dass deine Ersparnisse von Jahr zu Jahr durch die Inflation schrumpfen.

Legt man eine Inflationsrate von durchschnittlich 2% pro Jahr zugrunde, ist dein Geld in 35 Jahren nur noch die Hälfte wert.

Es bedarf also einer anderen Strategie – und diese ist unserer Meinung nach eine individuelle, auf dein Vermögen und deine Risikofreudigkeit angepasste Kapitalaufteilung.

Das Ergebnis sollte dein persönliches Portfolio sein, welches sowohl genug Absicherung gewährleistet als auch viel Potenzial in sich birgt.

Um dahin zu gelangen sollen dir die folgenden drei Schritte einen Leitfaden geben:

3 Schritte zur perfekten Vermögensaufteilung

Schritt 1: Gesamtüberblick & Basisabsicherung

Zuallererst solltest du dir einen Überblick darüber verschaffen, wie hoch dein derzeitiges Vermögen insgesamt ist.

Beziehe hierbei wirklich alle Aspekte mit ein, also neben den liquiden Mitteln auf allen Konten oder dem Sparbuch bzw. Bargeld auch bestehende „Investment-Produkte“ wie z.B. Bausparverträge, Investmentfonds oder Lebensversicherungen.

Nachdem du alles aufsummiert hast, solltest du einen Betrag festlegen, der deine „eiserne Reserve“ ist.

Diese sollte so hoch, dass du mit ihr deine gesamten Lebenshaltungskosten von 3 Monaten decken kannst.

Es empfiehlt sich, jenen Betrag auf einem separaten Konto anzulegen, welches du unter keinen Umständen anrührst.

Der Hintergrund dafür ist, dass du für den absoluten Notfall, z.B. ein Jobverlust oder der Wegfall vom Bafög, über eine ausreichende finanzielle Absicherung verfügst.

Schritt 2: Altlasten beseitigen und Liquiditätshöhe festlegen

Alles, was über deine „Notfallabsicherung“ hinausgeht, gilt es nun neu zu strukturieren.

Dabei ist vor allem wichtig, zuerst den „Müll“ zu beseitigen. Bausparverträge oder Lebensversicherungen sind Finanzprodukte, die völlig unlukrativ und in der Regel in Bezug auf ihre Kostenstruktur und Ausgestaltung intransparent und hochkomplex sind.

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Ähnlich verhält es sich mit aktiv gemanagten Investmentfonds.

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Wir hoffen, dass du kein derartiges Produkt besitzt.

Solltest du aus der Vergangenheit jedoch noch über ein solches verfügen, raten wir dir dringend, es falls dies ohne riesige Abschläge möglich ist, aufzulösen. Nahezu jede andere Art der Geldanlage ist sinnvoller.

Grundsätzlich hat Liquidität, also sofort verfügbares Geld auf beispielsweise einem Giro- oder Tagesgeldkonto, durchaus seine Wichtigkeit.

Zum einen verfügst du dadurch über die Möglichkeit, im Falle eines Börsencrashs oder wenn sich anderweitig lukrative Einstiegszeitpunkte bei einzelnen Aktientiteln ergeben „billig zu kaufen“.

Zum anderen vermeidest du es, aufgrund von Geldknappheit Aktien oder andere Wertpapiere (zu billig) verkaufen zu müssen.

Wir halten deshalb einen Liquiditätsanteil von 20-40% für sinnvoll.

Wie hoch dieser genau ausfällt hängt von deiner persönlichen Risikofreudigkeit ab.

Umso mehr Geld du zum Investieren bereitstellst, desto stärker kannst du dein Vermögen vermehren.

Schritt 3: Investieren

Der finale Schritt ist nun, die verbleibenden 60-80% deines Gesamtvermögens abzüglich der Notfallabsicherung zu investieren.

Dabei ist die Ausgestaltung dessen entscheidend davon abhängig, wie hoch dein Gesamtvermögen ist.

Wichtig ist, dass du eine ausreichend gute Diversifikation hast, d.h. du nicht zu stark von einem einzelnen Element, wie z.B. Aktien von nur einem Unternehmen abhängig bist.

So ist dieser Aspekt auf die jeweiligen Anlageklassen anzuwenden:

Passiv gemanagte Fonds/ ETFs

Passiv gemanagte Fonds bzw ETFs sind besonders für „Einsteiger“ hervorragend geeignet.

Sie bilden in der Regel ein breites Spektrum ab, wodurch du bereits mit wenig Geld eine hervorragende Diversifikation erreichen kannst.

So gibt es beispielsweise die sogenannten „Indexfonds“, die die komplette Wertentwicklung eines ganzen Index wie dem DAX oder dem MSCI World abbilden.

Du kaufst also damit quasi mit nur einem Fondanteil mehrere Dutzend, im Falle des MSCI World über 1000 Einzelaktien.

Darüber hinaus gibt es auch ETFs auf diverse andere Anlageklassen wie Rohstoffe (z.B. Öl), Währungen oder Anleihen.

Neben der guten Möglichkeit der Diversifikation auch ohne viel Geldeinsatz haben sie noch einen weiteren Vorteil:

Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, werden sie nicht aktiv von einer Investmentgesellschaft verwaltet und haben somit relativ niedrige Kosten.

Außerdem erfordern ETFs kein allzu großes „Detail-/Expertenwissen“, wie es beispielsweise bei Einzelaktien oder Immobilien von Nöten ist.

Einzelaktien

Die unserer Meinung nach spannendste und potenziell lukrativste, jedoch auch riskanteste Form der „grundlegenden“ Anlageklassen (mal abgesehen von hochspekulativen Assets wie Optionen oder Futures) ist ohne Zweifel die Einzelaktie.

Mit Aktien erwirbt man Anteile der jeweiligen Unternehmen und kann so an deren Entwicklung teilhaben.

Der Clou bei Einzelaktien ist, dass sie ein enormes Potenzial haben, das heißt, dass zwei -, teilweise sogar dreistellige Renditen durchaus in nicht allzu langer Zeit möglich sind.

Demgegenüber können Einzelaktien jedoch auch in relativ kurzer Zeit sehr stark im Wert fallen.

Um hier also langfristig Erfolg zu haben, musst du zum einen potenziell interessante Titel zunächst einmal finden und danach sehr starken Wert auf die Analyse des jeweiligen Unternehmens legen.

Zur Technik der Aktienfindung-/ und bewertung haben wir ein kostenloses eBook erstellt. Du kannst es dir auf unserer Homepage herunterladen.

Damit du auch hier eine gewisse Diversifikation erreichst empfehlen wir dir, dein Aktienportfolio mit mindestens 5 Einzelwerten zu bestücken.

Weiterhin sollte dein Investitionsvolumen pro Einzelwert mindestens 1000€ betragen, damit die Transaktionskosten im Verhältnis nicht zu stark ins Gewicht fallen.

Da allein der Anteil an Einzelaktien somit mindestens 5000€ beträgt, empfehlen wir ein Investment in dieser Anlageklasse ab einem Gesamtvermögen von 15 000€.

Edelmetalle – Gold

In jedes gut diversifizierte Portfolio gehört immer auch ein gewisser Anteil von Edelmetallen, da sie ein gutes „Gegengewicht“ zum Kapitalmarkt darstellen.

Die üblichsten Edelmetalle zur Kapitalanlage sind Silber, Palladium und natürlich Gold.

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Der Anteil an Gold in deinem Portfolio sollte ca. 10-15% betragen

Immobilien

Immobilien ist die kapitalintensivste Anlageklasse.

Hier ist ein Investment erst ab einem Volumen im mittleren bis hohen 5-stelligen Bereich möglich, und dabei reden wir nur über den Erwerb von einer einzigen Immobilie.

Zweifelsohne weist ein Investment in Immobilien viele Vorteile, jedoch auch einige Risiken auf und ist grundlegend eher für finanzstarke Investoren geeignet.

Wir empfehlen daher, ein Investment in Immobilien erst ab einem Gesamtvermögen von mindestens 500 000€ in Betracht zu ziehen.

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Nach dieser Vorstellung der einzelnen Anlageklassen wollen wir dir nun abschließend drei Beispiele geben, wie deine persönliche Kapitalaufteilung (nach Abzug der „Notfallabsicherung“) aussehen könnte:

Kapitalaufteilung 10000€

Kapitalaufteilung 20000€

Kapitalaufteilung bei 60000€

Wir hoffen, dir mit diesem Artikel einen guten Einblick gegeben zu haben, wie du dein Vermögen aufteilen und strukturieren kannst.

Weitergehende Fragen kannst du gern in den Kommentaren stellen.