Das Auto – für den einen Statussymbol oder Leidenschaft, für andere nur Mittel zum Zweck.

Letztendlich ist es jedoch in den allermeisten Fällen vor allem eins: ein Gebrauchsgegenstand.

Und zwar der für die meisten Menschen wahrscheinlich teuerste überhaupt.

Grund genug für uns, dass wir das ganze Thema einmal aus finanzieller Sicht genauer für dich beleuchten.

Die Kosten eines Autos

Neben dem Anschaffungspreis, der deine liquiden Mittel sofort schmälert, verursacht das Auto nicht zu vernachlässigende laufende bzw. monatliche Kosten für Benzin, Versicherung und Reparaturen bzw. Wartungen.

Es gibt nahezu keine Einzelposition auf der Ausgabenseite, die deine finanzielle Situation so stark beeinflusst wie das Auto.

Die Entscheidungen, die du diesbezüglich triffst, sind für deinen Vermögensaufbau und damit letztendlich deinen Wohlstand sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft enorm bedeutend.

Jeder Euro, den du mehr in dein Auto steckst, ist ein Euro weniger, den du investieren kannst.

Der Unterschied zwischen Konsum- und Investitionsgut

Um es dir noch einmal zu verdeutlichen: Ein Auto ist ein Konsumgut und verliert permanent an Wert.

Man kann davon ausgehen, dass der Wert eines Autos im Durchschnitt nach 12 Jahren nur noch ca. 10% des Neupreises beträgt.

Jetzt könnte man meinen, dass ein Auto, welches 22 000€ kostet, dein Vermögen in den nächsten 12 Jahren um 20 000€ zuzüglich der erwähnten laufenden Kosten verringert.

Dabei wird aber eines nicht beachtet: Während Konsumgüter wie eben ein Auto im Wert fallen, steigern Investitionsgüter wie Aktien in der Regel auf kurz oder lang ihren Wert.

Und von diesen kannst du durch den Kauf ein Autos damit weniger kaufen.

Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

Angenommen, du kaufst dir jetzt ein neues Auto für 22 000€ und ein Freund von dir kauft sich dasselbe Modell, nur als vier Jahre alten Gebrauchtwagen für 11 000€ (ein Auto verliert in der Regel in den ersten 4 Jahren 50% seines Wertes).

In 12 Jahren wird dein Auto nur noch ca. 2000€ wert sein, das deines Freundes ist dann nahezu wertlos.

Jedoch hat er die 11 000€, die er weniger für sein Auto ausgegeben hat, damals in Aktien investiert und eine durchschnittliche Rendite von jährlich 6% erzielt, was wie die Vergangenheit zeigt, mehr als realistisch ist.

Nach den 12 Jahren sind, dieser Rendite zu Grunde gelegt, aus seinen investierten 11 000€ ca. 22 000€ geworden.

Die Abschreibung eines Autos – Die entscheidende Größe

Halten wir fest: Ihr habt beide 12 Jahre dasselbe Auto gefahren mit dem einzigen Unterschied, dass deines ein Neu – und das deines Freundes ein Gebrauchtwagen war.

Jedoch sind von deinen anfänglichen 22 000€ nur noch 2000€ übrig, während dein Freund durch das Investieren des gesparten Geldes wieder über die Ausgangssumme verfügt.

Seien wir ehrlich: Es hat keinen riesigen Einfluss auf deine Lebensqualität, ob dein Auto ein Neuwagen oder 4 Jahre  alt ist.

Ob die Abschreibungssumme aber 20 000€ oder 11 000€ und du dadurch nach 10 Jahren 20 000€ mehr oder weniger hast,  ist ein gewaltiger Unterschied.

Die Top 5 Checkliste vor dem Autokauf

Eines musst du dir beim Thema Auto immer vergegenwärtigen: Es ist und bleibt nur ein Gebrauchsgegenstand.

Wenn es dein Ziel ist, dass du sowohl kurz- als auch langfristig finanziell gut aufgestellt bist, solltest du diesbezüglich die folgenden Grundsätze beachten:

1. Brauchst du WIRKLICH ein Auto?

Überlege zunächst, ob du überhaupt wirklich ein Auto brauchst.

Besonders für Menschen, die in Großstädten bzw. Städten mit einem gut ausgebauten Nahverkehrsnetz leben, sind nahezu alle Wege relativ problemlos zu bewältigen.

Zudem sind auch längere Reisen durch Mitfahrgelegenheiten, Fernbusse bzw. die Deutsche Bahn oft realisierbar.

Uns ist bewusst, dass nicht jeder auf ein Auto verzichten kann, vor allem wenn man in eher ländlichen Gebieten lebt.

Wenn du jedoch auch andere Lösungen finden kannst, solltest du abwägen.

Ist dir die „Bequemlichkeit“ wirklich so enorm viel Geld wert?

Anders gesagt: Das Verzichten auf ein Auto und die damit verbundenen Anschaffungs – und Haltungskosten wird definitiv deine finanzielle Situation stark verbessern.

Mit den gesparten Kosten für ein Auto hast du nicht nur mehr Geld zum Investieren und damit für den Vermögensaufbau, sondern kannst außerdem auch noch mehr Geld in andere Bereiche stecken, die deine Lebensqualität erhöhen, wie z.B. Reisen.

2. Maximales Kaufpreis-Budget festlegen

Bist du zu dem Entschluss gekommen, dass du auf ein Auto angewiesen bist? Dann überlege dir genau, was du dir leisten kannst.

Es macht schlicht und ergreifend wirtschaftlich keinen Sinn, dass du dich wegen deinem Auto finanziell in Schwierigkeiten bringst.

Ein guter Richtwert ist unserer Meinung nach, dass der Anschaffungspreis deines Autos nicht höher als sechs Netto-Monatsgehälter sein sollte.

3. Kaufe niemals einen Neuwagen!

Vor allem in den ersten Jahren ist der Wertverlust bzw. die Abschreibung eines Autos am größten.

Der Nutzenunterschied zwischen einem Neu- und Gebrauchtwagen steht in keinem Verhältnis zum finanziellen Unterschied.

Deshalb halten wir es für am sinnvollsten, wie im vorherigen Beispiel einen 4- bzw 5-Jahreswagen für ca. 50% des Neupreises zu kaufen.

4. Laufende Kosten

Achte auf die laufenden Kosten deines Autos!

Du solltest nicht nur die Anschaffungspreise vergleichen, sondern auch die zu erwartenden laufenden Kosten.

Beispiel: Dir gefällt ein Modell von Alfa Romeo und eines von BMW.

Wenn der Alfa Romeo 3000€ günstiger ist mag das zunächst erstmal ein Kaufgrund sein.

Beachte aber, dass hohe Spritkosten, Reparaturen und eine kürzere Lebensdauer im Endeffekt viel teurer sein können als der Unterschied im Kaufpreis.

5. Kein Raten- und Leasingkauf

Kaufe dein Auto weder auf Raten, noch lease es!

Ratenkäufe und Leasing lassen ein Auto günstiger und „finanzierbarer“ erscheinen, als es tatsächlich ist.

Das kann dich dazu verleiten, dir ein Auto zu kaufen, welches du dir eigentlich gar nicht leisten kannst.

Im Endeffekt handelt es sich hierbei um nichts weiter als Konsumschulden, die du unbedingt vermeiden solltest (und das nicht nur beim Auto sondern bei generell allen Konsumgütern wie Fernsehern, Möbeln etc.).

Sie machen dich finanziell abhängig und haben nicht wenige schon in den Bankrott getrieben.

Fazit

Zusammenfassend wollen wir also folgendes festhalten:

Unbestreitbar macht ein Auto den Alltag bequemer und kann damit deine Lebensqualität erhöhen.

Nicht selten ist man schlichtweg auch einfach darauf angewiesen.

Letztendlich solltest du dir jedoch immer im Klaren sein, welche Auswirkungen ein Auto sowohl kurz- als auch langfristig auf deine Finanzen hat.

Deshalb solltest du genau abwägen, was unter dem Strich wirklich sinnvoll für dich und deine Ziele ist.

Wenn du die obigen fünf Grundsätze vor deinem Kauf beachtet hast, steht dem Fahrvergnügen nichts mehr im Weg!