„Anlegen statt stilllegen“

Mit diesem Slogan bewirbt Deka, die bekannte Fondgesellschaft der Sparkassen, ihr Investment-Konzept.

Sie selbst bezeichnen es als „Initiative zur Förderung moderner Geldanlagen in Zeiten niedriger Zinsen.“

Zugegeben, die Beschreibung klingt durchaus trendig und attraktiv:

„Tanzen Sie beim Geldanlegen aus der Reihe und bringen Sie mehr Schwung in Ihre finanzielle Zukunft.“

Das klingt natürlich zunächst erst einmal toll. Doch betrachten wir das ganze Thema einmal Stück für Stück und fernab von diesen markigen, aber relativ inhaltslosen Phrasen.

Deka, DWS & Co – Was ist eine Fondgesellschaft überhaupt?

Fond – bzw. Investmentgesellschaften sind Firmen, die Geld von Anlegern sammeln und dieses dann „für dich“ investieren.

Dies passiert nach vorgegebenen Grundsätzen. Das heißt, dass du zu einem gewissen Grad festlegst, auf welche Art die Fondgesellschaft dein Geld investiert.

In der Praxis läuft das in der Regel so ab, dass dir eine Reihe von sogenannten Investmentfonds angeboten werden, von denen du börsengehandelte Anteile als Wertpapiere kaufen kannst.

Du kannst dir einen Investmentfond wie einen großen Topf vorstellen, in dem das Geld vieler Anleger gebündelt wird, welches dann der Fondmanager nach bestem Wissen und Gewissen in verschiedene Anlagemöglichkeiten investiert.

So gibt es z.B. reine Aktienfonds, bei denen das gesamte Kapital in verschiedene Aktientitel investiert wird, aber auch Mischfonds, wo das Geld in unterschiedlichste Anlageformen wie Anleihen, Immobilien oder Devisen fließt.

Das Ziel des Fondmanagers ist es selbstverständlich, letztendlich gewinnbringend zu investieren.

Wir wollen gar nicht lange um den heißen Brei herumreden – aus unserer Sicht machen nur die wenigsten Fondmanager ihren Job gut.

Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass das ganze Konzept aktiv gemanagter Fonds nur für die Fondgesellschaften, aber nicht für dich als Anleger lukrativ ist.

Warum, wollen wir dir anhand einer kleinen Fallstudie zeigen.

Der Praxistest: Aktiv vs. Passiv gemanagte Fonds

Was aktive Fonds sind und wie sie funktionieren, haben wir dir nun erklärt.

Die Alternative, passiv gemanagte Fonds bzw. ETFs, kennst du schon aus unserem Artikel „Pay yourself first – Wie du auch mit wenig Geld ein großes Vermögen aufbaust“.

Das Konzept von ETFs ist ganz simpel ausgedrückt, mit ihnen einen bestimmten Index wie den DAX oder S&P500 abzubilden.

Das heißt, dass sich in der Regel ein DAX ETF nahezu identisch entwickelt wie der deutsche Leitindex.

Diese beiden Anlageformen haben auf dem Finanzmarkt eine ähnliche Rivalität wie sie im Fussball zwischen Schalke und Dortmund oder Barca und Real Madrid herrscht.

Doch während es bei den Fussballvereinen absolut in Ordnung ist, geteilter Meinung zu sein, kann es aus unserer Sicht bei den zwei Arten von Fonds nur eine geben:

ETFs schlagen aktiv gemanagte Fonds um Längen.

Natürlich wollen wir dir das auch belegen. Dazu vergleichen und prüfen wir für dich jeweils zwei repräsentative Vertreter der jeweiligen Fondarten.

Selbstverständlich wollen wir neutral und objektiv bleiben und das Bild nicht verzerren, indem wir aus der einen Kategorie Top-Performer und aus der anderen Enttäuschungen herauspicken.

Mehr noch: Wir nehmen die laut diversen Tests prämierten besten Fondgesellschaften im deutschen Raum.

Du dürftest sicher schon einmal von ihnen gehört haben: Die schon oben erwähnte Deka – und DWS, die Fondgesellschaft der Deutschen Bank.

Die Performance: Der 5-Jahres-Vergleich

Investmentfonds:

ETFs:

Wertentwicklung seit 19.09.2012

Deka Fond: 61,6%

DWS Fond: 59,8%

MSCI World ETF: 78,5%

S&P 500 ETF: 103%

Die Kosten – Der K.O. Kritikpunkt

Investmentfonds:

ETFs:

Testauswertung: Warum ETFs wesentlich lukrativer sind

Eindeutiger könnte das Ergebnis nicht sein: Aktiv gemanagte Fonds, selbst die Top-Vertreter, performen schlechter als große Leitindizes wie der MSCI World oder S&P 500 und kosten dazu auch noch wesentlich mehr.

Besonders der Unterschied im Kostenpunkt ist gravierend:

Während bei ETFs im allgemeinen nur Kosten in Höhe von unter 1% pro Jahr anfallen, gibt es bei aktiv gemanagten Fonds mehrere extrem stark zu Buche schlagende Gebühren.

Zunächst wird schon beim Kauf eines Fonds der Ausgabeaufschlag fällig, welcher hier zwischen 3,75% und 5% liegt.

Das bedeutet in der Praxis, dass wenn du z.B. 10 000€ investieren willst schon 375 bis 500€ ohne dass auch nur eine minimale Rendite erwirtschaftet wurde von deinem Investitionskapital abgezogen werden und direkt in die Taschen der Fondgesellschaft fließen.

Vor allem langfristig hat das enorme Auswirkungen, da die gesamte erzielte Rendite sich auf 9 625 bzw. 9500€ bezieht und nicht, wie du es eigentlich wolltest, auf deine 10 000€.

Dazu kommen die Verwaltungsgebühren, die in der Regel zwischen 1 und 1,5% pro Jahr liegen.

Dies führt zu einem beträchtlichen Unterschied zwischen Brutto – und Nettorendite, die du im Kopf abziehen solltest, wenn dir ein Bankberater von der tollen Wertentwicklung der letzten Jahre erzählt.

Und als wäre das noch nicht genug gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen An – und Verkaufspreis der Fonds.

In der Kostenübersicht kannst du diesen bei den Punkten Ausgabepreis und Rücknahmepreis ablesen. Auch hier kannst du mit circa 5% rechnen.

Daran kann man zwei Dinge erkennen: Neben der sowieso schlechteren Performance gegenüber ETFs wird die ohnehin enttäuschende Rendite durch die zahlreichen Kosten nochmals geschmälert.

Und aufgrund des Ausgabeaufschlags und dem Rücknahmeabschlag musst du deinen Fond schon einige Zeit laufen lassen, damit zumindest einmal die Kosten gedeckt werden und du nicht sogar im Verlustbereich landest.

Und um es noch einmal ganz deutlich herauszustellen: Fondmanager bekommen (wir sagen bewusst nicht „verdienen“) Millionengehälter.

Die Rechtfertigung für diese sind eigentlich, dass sie durch ihr aktives Management eine bessere Rendite erzielen sollen als der Gesamtmarkt, also dem Querschnitt aus guten und schlechten Aktien.

In den allermeisten Fällen schaffen sie es aber nicht einmal, zumindest die selbe Wertentwicklung wie die großen Indizes zu erreichen.

Du bezahlst also teuer dafür, dass die Fondmanager mehr „schlechte“ (also unterdurchschnittliche) als gute Investments tätigen.

Den Beruf eines Fondmanagers kann man also fast schon als Traumjob bezeichnen: Für schlechte Leistungen bekommt man ein absolutes Topgehalt. Wo gibt es das sonst?

Vielleicht sollten wir es anders formulieren: Fondmanager machen zwar für dich einen schlechten Job, aber für ihren Arbeitgeber, die Fondgesellschaft, liefern sie absolute Topergebnisse.

Nämlich Millionen an Gebühren und Provisionen.

Doch warum ist das so? Warum erreichen solche „Investmentprofis“ so schlechte Ergebnisse?

Und warum sind immernoch viel mehr Menschen in aktiven als in passiven Fonds investiert (obwohl hier zum Glück langsam ein rückläufiger Prozess einsetzt)?

Die Manipulation der Banken, die „Naivität“ der Kunden, das allgemeine Vergütungssystem – die Gründe sind vielfältig.

Warum Fondmanager schlechter als der Gesamtmarkt performen

Der Fehler liegt im Konzept von Fondgesellschaften: Sie verdienen ihr Geld primär nicht mit starker Performance, sondern mit den hohen Gebühren.

Der entscheidende Punkt ist also nicht, wie gut die Rendite des Fonds war, sondern das möglichst viel Kapital in ihm gesammelt ist und immer neues hinzufließt.

Drücken wir es noch krasser aus: Ein Fondmanager ist nur daran interessiert, dass alle Investoren so lange wie möglich investiert bleiben und ständig neue Kunden dazukommen.

Ob er nun eine gute oder weniger überzeugende Performance erzielt ist für ihn zweitrangig, da allein durch die Gebühren des Fonds Mehrwert für seinen Arbeitgeber entsteht.

Dementsprechend richtet er auch seine Investmentstrategie aus: Er will lieber eine schwächere Rendite erzielen und das Risiko von Verlusten reduzieren, als höhere Gewinne anzuvisieren und dafür zeitweise Verluste zu riskieren.

Warum? Weil das negative Gefühl, das Menschen bei Verlusten empfinden, wesentlich stärker ist als die positiven Gefühle, die man bei Gewinnen hat.

Der Fondmanager erreicht sein Ziel, möglichst viel Kapital im Fond zu behalten und neues hinzuzugewinnen besser, wenn er „stabile“, kleinere Renditen erzielt als wenn er Verluste in Kauf nimmt und höhere Gewinne anpeilt.

Die wenigsten Kunden werden mit 3-4% Rendite pro Jahr wirklich zufrieden sein, aber es ist ihnen lieber als potenzielle Verluste zu riskieren. Und so belassen sie ihr Geld im „sicheren“ Fond.

Das liegt leider in der Natur des Menschen. Die Wissenschaft bezeichnet dieses Phänomen als „Verlustaversion“.

Überprüfe es bei dir selbst: Wie gut hast du dich gefühlt, als du zuletzt etwas gewonnen oder bekommen hast? Und wie stark war das negative Gefühl, als du zuletzt etwas verloren hast?

Leider ist dieses Denkmuster beim Investieren tödlich: Wer keine Risiken eingeht hat auch keine Chancen auf signifikante Gewinne.

Natürlich kannst du jetzt sagen: „Für mich ist aber wirklich wichtiger, zumindest nicht ins Minus zu kommen. Mir reicht ein kleiner Gewinn, wenn ich dadurch nichts riskiere.“

Das ist zunächst einmal eine absolut verständliche Einstellung. Jedoch musst du zwei Aspekte beachten:

Die hohen Kosten eines Fonds machen es unausweichlich, dass eine attraktive Rendite erzielt werden muss, da sonst einfach am Ende viel zu wenig übrig bleibt.

Und das „Verlustrisiko“ wird von den meisten überschätzt. Natürlich kann es einmal einen Zeitraum geben, in dem die Wertentwicklung negativ ist.

Jedoch geht die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte auf lange Sicht historisch gesehen trotz aller Krisen&Crashs stetig nach oben.

Und es gibt aus unserer Sicht keinen realistischen Anhaltspunkt, dass sich das in absehbarer Zeit ändert.

Die Königsdisziplin des Investierens wäre es sogar, Zeiten von Verlusten zu nutzen, um günstig nachzukaufen und dann von der Erholung der Märkte zu profiteren.

Außerdem gibt es absolut gar keinen belegbaren Fakt, der zeigt, dass die großen Indizes wie der Dax oder S&P 500 ein höheres Risiko haben als ein normaler Aktienfond.

Die Volatilität (Schwankung) ist, wie du in den Charts oben erkennen kannst, nicht größer und auch die Diversifikation ist, besonders bei extrem breit aufgestellten Indizes wie dem MSCI World oder dem S&P 500, nicht niedriger.

Trotz all dieser Negativaspekte: Jedes Jahr investieren Millionen von Menschen in aktiv gemanagte Fonds. Für die Banken ist das ein riesiges Geschäft.

Doch wie schaffen sie das? Wir haben dafür 3 Taktiken ausgemacht:

3 Taktiken, wie Banken dich zum Investieren in aktive Fonds bringen

Marketing

Banken bewerben ihre Investmentfonds sehr stark. Es wird auf attraktiv klingende Phrasen fernab von realen Fakten gesetzt (wie z.B. die Slogans der Deka oben).

Wer sich nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann schnell von diesen Sprüchen verblendet werden.

Unverzinstes Konto als Vergleichsgruppe

Oft werden Kunden zum Investieren motiviert, indem als Alternative zu Fonds das unverzinste Tages- oder Girokonto aufgezeigt wird.

Nach dem Motto: „Lassen sie ihr Geld nicht auf dem Konto von der Inflation auffressen sondern investieren sie es in Investmentfonds.“

Dasss jedoch auch die Möglichkeit des Investierens in ETFs oder gar Einzelaktien besteht, wird meist in den „Beratungsgesprächen“ (wir finden passender: Verkaufsgesprächen), völlig außen vor gelassen.

Verkomplizierung, Verwirrung und Verleiten zum Verantwortung abgeben

Wenn du schon einmal eine Anlageberatung bei einer Bank hattest wirst du wissen wovon wir sprechen:

Der Berater bombardiert dich regelrecht mit Zahlen, Fremdwörtern, Statistiken und einem häufig ellenlangen „Anlageprospekt“.

Mir ging es zu Anfang meiner Investment-Laufbahn während eines Beratungsgesprächs bei der Deutschen Bank zeitweise so, dass ich für einen kurzen Moment unterbewusst fast schon dazu geneigt war einfach „Ja“ zu sagen.

„Bankberater“ sind letztendlich nichts weiter als Verkäufer. Ihre Kernkompetenz ist nicht primär ein starkes Verständnis für Investment, sondern liegt im überzeugen, überreden und in gewisser Weise manipulieren.

Dir wird eingeredet, die Finanzwelt sei viel zu komplex und es gäbe doch Experten, die für dich den Job machen können.

Du als „normaler Bürger“ seist gar nicht in der Lage, im Investment Bereich selbst sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.

Das soll dich aber im Endeffekt nur dazu verleiten, Verantwortung abzugeben, dem Rat deines Beraters blind zu folgen und damit genau das zu tun was Banken wollen:

Ihre überteuerten und unlukrativen Produkte kaufen.

Zum Glück tat ich es damals nicht und habe stattdessen ein paar Wochen später nach intensiver Beratung mit Benedikt meine ersten 5 Einzelaktien gekauft: Hypoport, S+T, SNP, AT+S und Borussia Dortmund.

Wir übernahmen Eigenverantwortung für unsere finanziellen Entscheidungen. Es wurde zu einer Erfolgsstory.

Fazit: Warum aktiv gemanagte Fonds kein gutes Investment sind

Schwache Performance, hohe Kosten – mehr Attribute braucht es nicht, um eine Investment-Strategie als unbrauchbar zu bewerten.

Hinzu kommt meist sogar noch Intransparenz – welche Entscheidungen der Fondmanager genau getroffen hat, wird dir selten explizit dargelegt.

„60% wurden in europäische Aktien investiert, 20% in amerikanische, 10% in Entwicklungsländer und die restlichen 10% in Rohstoffe.“

Nach diesen Informationen ist dir der Verbleib deines Geldes fast genauso unklar wie zuvor.

Machen wir es kurz:

Wenn dir die Rendite des Gesamtmarktes genügt, du noch kein fundiertes Investment-Wissen besitzt und nicht so viel Zeit für das Befassen mit geeigneten Einzelaktien aufwenden willst sind ETFs eine hervorragende Variante – kostengünstig, gut diversifiziert und transparent.

Investmentfonds hingegen haben natürlich auch eine gewisse Wertentwicklung und sind sicher besser, als gar kein Investment (wenn du nicht grad einen ganz schwachen Fondmanager erwischst).

Jedoch haben sie gegenüber ETFs keinen nennenswerten Vorteil was das Ertragspotenzial angeht und die riesigen Nachteile Intransparenz und hohe Kosten.

Deshalb überlassen wir das Schlusswort der Investoren- Legende Warren Buffett:

„Wenn Billionen von Dollar von Wall-Street-Managern verwaltet werden, die hohe Gebühren verlangen, werden es in der Regel die Vermögensverwalter sein, die enorme Gewinne machen, und nicht die Kunden.“

„Können Sie sich einen Anlageberater vorstellen, der seinen Kunden Jahr um Jahr empfiehlt, mehr Geld in einen Indexfond anzulegen, der den S&P 500 nachbildet? Das wäre beruflicher Selbstmord“