Johnny Depp weiß, wie man Geld verdient. Allein für seine Hauptrolle im neuen „Fluch der Karibik“ – Film streicht er sagenhafte 100 Millionen Dollar ein.

Er ist der bestbezahlte Schauspieler der Welt – und trotzdem pleite.

45 Luxusautos, 14 Traumhäuser (die natürlich auch extreme laufende Kosten verursachen), eine Yacht, 40 Angestellte, regelmäßige Privatjet-Flüge und vieles mehr – gegen so einen Lebensstil wirken selbst seine Mega-Gagen knapp bemessen.

Johnny Depp ist wohl das beste Beispiel dafür, dass finanzieller Erfolg wenig mit dem Einkommen zutun hat.

Johnny Depp als Jack Sparrow

Warum viele Menschen finanzielle Probleme haben

So wie dem Hollywood-Star geht es unheimlich vielen Menschen, wenn auch auf einem wesentlich niedrigeren Level.

Die Summen mögen zwar völlig verschieden sein, das Problem ist aber bei allen dasselbe:

Die Konsumausgaben sind mindestens genau so hoch wie das Einkommen – wodurch am Ende des Monats nie etwas übrig bleibt.

Ob die Rechnung nun 100 Mio. minus 100 Mio., 10 000 minus 10 000 oder 800 minus 800 lautet – das Ergebnis ist immer gleich:

0.

Passend dazu werden „witzige Sprüche“ im Internet wie „Am Ende des Geldes ist noch viel zu viel Monat übrig“ immer populärer.

Anscheinend ist chronische Geldknappheit heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen.

Doch woran liegt das?

Ein Hauptproblem ist, dass viele einen völlig überzogenen Konsumanspruch haben.

Die Werbung oder der unterbewusste Drang nach Bedeutsamkeit erweckt oft falsche Vorstellungen, was man „haben muss“:

Hotelurlaube im Süden, ein neuer Flachbild-TV, häufige Kinobesuche, ständig neue Schuhe oder jeden Morgen ein Coffee to go.

„Man lebt ja nur einmal und muss sich auch mal etwas gönnen. Solange ich es mir leisten kann, ist es doch ok.“ 

Die meisten Leute wissen aber nicht, was es heißt, sich tatsächlich etwas „leisten“ zu können.

Für viele ist es genau das, was mit dem verfügbaren Geld auf dem Konto gerade so bezahlt werden kann.

Oftmals wird dieser Spielraum auch noch durch Dispo-Kredite, Ratenfinanzierungen oder Kreditkartenüberziehung erweitert.

Wenn man jeden Monat sein maximales Budget ausgibt, ist es völlig logisch, dass kein Geld mehr zum Sparen und Investieren übrig bleibt.

Warum sparen & investieren unverzichtbar ist

Viele glauben, dass es nur zwei Wege gibt:

Das Leben genießen und sich etwas gönnen oder sparsam sein und auf Luxus verzichten.

Das Wort „sparen“ hört sich für die meisten vor allem nach einem an – Verzichten.

Und es gibt auch einige Menschen, die wirklich sehr „sparsam“ sind und in allen Bereichen versuchen, so wenig Geld auszugeben wie möglich.

Dadurch „erhamstern“ sie sich über die Zeit oft eine ganz beträchtliche Summe und haben zumindest keine Geldprobleme.

Das ist aber weder das Ziel noch Sinn und Zweck der Sache.

Sparen soll deine Lebensqualität nicht senken, sondern erhöhen.

Das klingt auf den ersten Blick widersprüchlich.

Sparen hat doch damit zu tun, weniger Geld für die „schönen Dinge im Leben“ auszugeben. Wie kann es da die Lebensqualität auch noch erhöhen?

Das Ziel ist es aber nicht, auf Lebensqualität zu verzichten.

Stattdessen sollen unnötige Ausgaben effektiv eliminiert werden und wirkungsvoller Vermögensaufbau betrieben werden.

Nur so kannst du auf lange Sicht finanzielle Freiheit erreichen.

Um dies Monat für Monat zu schaffen, benötigst du ein simpel umsetzbares und automatisiertes Systemdas sogenannte 3-Konten-Modell.

Das 3-Konten-Modell – Wie es funktioniert

Das 3-Konten Modell dient dazu, Struktur in deine monatlichen Ausgaben zu bringen und eine gute Balance zwischen Konsum und Vermögensaufbau herzustellen.

Wie es der Name schon sagt, beruht es darauf, deine Finanzen mittels 3 separaten Konten zu organisieren.

Zur perfekten Umsetzung musst du die folgenden 5 Schritte gehen:

1. Überblick monatliche Nettoeinkünfte & Fixkosten

Zuerst musst du dir einen Überblick über deine monatlichen Ein- und Ausgaben verschaffen.

Stelle also fest, wie hoch deine monatlichen Einkünfte (Gehalt, Nebeneinkünfte, Sozialleistungen etc.) und Fixkosten (Miete, Versicherungen, Verträge etc.) in Summe sind.

2. Konsumausgaben analysieren

Nun gilt es, deine Konsumausgaben (Nahrungsmittel, Benzin, Kleidung etc.) genau zu analysieren und eine grobe Richtgröße zu ermitteln.

Um hier einen möglichst realistischen Wert zu finden, kann es dir helfen, einige Wochen all deine Ausgaben genau zu dokumentieren.

So hast du einen perfekten Überblick und kannst gleichzeitig überprüfen, wo du eher „unnötige“ Ausgaben getätigt hast.

3. Pauschale für Konsum festlegen & Einnahmen/Ausgaben ausbalancieren

Anhand der Analyse deiner Konsumausgaben legst du nun eine Pauschale fest, die dir monatlich maximal zur Verfügung steht.

Der entscheidende Schritt ist es, die Einnahmen- und Ausgabenseite jetzt perfekt auszubalancieren.

Dabei ist es essentiell wichtig, dich an diese Formel zu halten:

Fixkosten + Pauschale Konsumausgaben < 70% der Nettoeinkünfte

Die Summe deiner Fixkosten und Konsumausgaben darf also maximal 70% deiner Nettoeinkünfte betragen.

Dieser Aspekt ist DIE Basis des 3-Konten-Modells, damit du jeden Monat garantiert einen Überschuss von mindestens 30% erzielst.

Wenn die Rechnung bei dir noch nicht in der Form aufgeht, musst du versuchen, an jeder der drei Stellschrauben zu drehen.

Der leichteste Ansatz ist die Reduzierung deiner Konsumkosten-Pauschale.

Hier verschwendet man gewöhnlich am meisten Geld, da es immer nur „kleine Beträge“ sind, die scheinbar nichts ausmachen.

Ein Coffee to go hier, eine Pizza vom Lieferservice da, Markenprodukte wo es eigentlich auch das NoName-Produkt tun würde – die Einsparmöglichkeiten sind oft viel größer, als du denkst.

Auch einige Fixkosten sind nicht selten optimierbar.

Ob es nun der Stromanbieter, der Handytarif oder Versicherungen sind – durch eine genaue Überprüfung kannst du oftmals einige 100€ pro Jahr sparen.

Und natürlich kann es auch auf der Einnahmenseite Optimierungsmöglichkeiten geben:

Ein Jobwechsel, eine Nebentätigkeit, das genaue Überprüfen deiner Sozialleistungs-Ansprüche oder der Aufbau eines „eigenen Businesses“ – mit Kreativität und ein paar Prozent mehr „Leistungsbereitschaft“ ist auch hier eine Menge möglich.

Du kannst mit deiner Finanzplanung erst zum nächsten Schritt übergehen, wenn du den Mindestüberschuss von monatlich 30%  erreicht hast.

4. Einrichtung Daueraufträge für 2 separate Konten

Der nächste Schritt ist jetzt, die „freigelegten“ 30% zu verwalten.

Dazu empfehlen wir dir die Eröffnung von zwei separaten Konten, sodass du insgesamt über drei Konten verfügst.

Das Konto, auf das all deine Einkünfte eingehen, wird zu deinem Hauptkonto. Mit diesem deckst du sowohl deine Fix- als auch Konsumkosten.

Außerdem richtest du auf diesem zwei Daueraufträge auf deine weiteren Konten ein.

20% deiner Monatseinkünfte sollen automatisiert auf ein sogenanntes „Vermögensaufbau-Konto“ überwiesen werden.

Dieses sollte möglichst ein Tagesgeldkonto sein, zu dem du weder eine Giro- noch Kreditkarte hast, damit du es nicht spontan „aus einer Laune heraus“ anrühren kannst.

Die restlichen 10% überweist du dir automatisiert auf das „Spaßkonto“. Dieses kann gerne ein ganz normales Girokonto sein (möglichst kostenlos!).

Das Geld auf dem Spaßkonto ist dein monatliches Budget für allen „Luxus“ wie Eintritte für Events, Restaurantbesuche etc.

Mit diesem „Spaßkonto“ hast du jetzt einen genauen Überblick, was du dir an Luxus jeden Monat wirklich „leisten“ kannst. Selbstverständlich musst du das Budget nicht jeden Monat voll ausreizen und kannst auch einige Zeit auf etwas „größeres“ sparen.

5. Verwaltung Vermögensaufbau-Konto

Das mit 20% deiner Nettoeinkünfte besparte Vermögensaufbau Konto nutzt du zweigeteilt: Ein Teil davon fließt in Investments, während der andere Teil zum Liquiditätsaufbau verwendet wird.

Für Investments eignen sich vor allem monatliche Ansparpläne, insbesondere auf ETFs. Wie genau du hier vorgehen musst haben wir für dich im Artikel „Pay yourself first – Wie du auch mit wenig Geld ein großes Vermögen aufbaust“ behandelt.

Natürlich ist aber auch, je nach deinen Vorlieben, Fähigkeiten und deiner Finanzstärke – ein systematisches Investieren in Aktien, Gold, Bitcoins oder (wenn du enorm vermögend bist) Immobilien möglich.

Neben deinen Investments ist es ebenso wichtig, dir systematisch einen Liquiditätsbestand, also jederzeit verfügbares Geld, aufzubauen.

Sowohl als Rücklage für besondere, unvorhergesehene Ausgaben als auch um die Möglichkeit zu haben, in Phasen größerer Marktkorrekturen antizyklisch investieren zu können, kann ein solider Cashbestand sehr sinnvoll sein.

Untenstehend haben wir für dich ein Schema erstellt, wie das 3-Konten-Modell funktioniert:

Der Hintergrund: 3 Gründe, warum das System so gut funktioniert

Im Endeffekt sind Spar-Strategien ziemlich ähnlich zu Diäten: Sie sind nur so gut wie ihre Umsetzbarkeit.

Eine neue Diätform kann noch so ausgeklügelt sein – wenn es für den Durchschnittsbürger kaum möglich ist, sich an die Vorgaben zu halten, wird sie nicht funktionieren.

Ähnlich ist es beim Sparen. Wenn man permanent „verzichten“ muss und sich insbesondere der „schönen Dinge“ beraubt, wird schnell die Motivation sinken.

Das 3-Konten-Modell funktioniert erwiesenermaßen bei fast jedem erstaunlich gut. Doch warum?

Vor allem 3 Gründe sind dafür entscheidend:

1. Keine echte Disziplin erforderlich

Egal  in welchem Bereich: Erfolgreichen Menschen wird oft ein hohes Maß an „Disziplin“ nachgesagt.

Auch beim Sparen heißt es schnell: „Der geht sehr diszipliniert mit seinem Geld um!“

In Wahrheit sind aber nur ganz wenige Menschen wirklich von Natur aus diszipliniert. Das Geheimnis sind stattdessen Gewohnheiten und Automatismen.

Und genau hier macht es einem das 3-Konten-Modell sehr einfach.

Dadurch, dass die 30% des Nettoeinkommens per Dauerauftrag automatisch jeden Monat auf die beiden anderen Konten abgebucht werden, kann man sich kaum „dagegen wehren“ effektiv zu sparen.

2. Effizientere Ressourcenverwendung beim Konsum: Parkinsonsches Gesetz

Du kennst es vielleicht von Prüfungsterminen oder Deadlines für Abgaben: Umso knapper die Zeit wird, desto effizienter und zielgerichteter arbeitet man.

Hast du nur noch ein paar Stunden, um die letzten 10 Seiten für eine Klausur zu lernen, wirst du sicherlich nicht aller paar Minuten auf dein Handy schauen.

Ist der entscheidende Tag jedoch erst in mehreren Wochen, ist der Fokus selten genauso hoch.

Dieses Phänomen bezeichnet man als „Parkinsonsches Gesetz“.

Ähnlich ist es beim Geld: Hast du mehr als genug für die täglichen Ausgaben wie Nahrungsmittel zur Verfügung, ist man an vielen Stellen etwas großzügiger zu sich selbst oder schlicht weg fauler (Lieferservice-Essen etc.)

Die Krux dabei ist, dass solche Ausgaben selten wirklich deine Lebensqualität erhöhen, sondern du einfach viel öfter nachlässiger bzw. verschwenderischer bist.

An diesem Punkt setzt das 3-Konten-Modell an:

Dadurch, dass du aufgrund der Daueraufträge auf die anderen Konten nur 70% für Konsumausgaben zur Verfügung hast bist du quasi gezwungen, nicht zu verschwenderisch zu sein und die eigentlich unnötigen Ausgaben wegzulassen.

Du machst dir damit sozusagen das „Parkinsonsche Gesetz des Geldes“ zu Nutze.

3. Motivation und Wertschätzen von Luxus

Bei der Vorstellung des Systems hast du dich vielleicht gefragt, warum wir es nicht bei 2 Konten belassen haben, also nur ein Konsum – und ein Vermögensaufbaukonto.

Warum wird nochmal ein extra Spaß-Konto eingerichtet?

Es dient vor allem der Motivation und der klaren Trennung von „essenziellen“ Ausgaben (z.B. Miete oder Nahrungsmittel) und „Luxus“ (Kino etc.).

Man belohnt sich quasi jeden Monat für sein erfolgreiches Umsetzen der Vorgaben und nimmt den Luxus dadurch viel bewusster wahr.

Man kann nun ohne schlechtes Gewissen sich „etwas leisten“ und weiß dabei genau, dass es den Finanzen nicht schlecht tut.

Im besten Fall kann das Sparen so sogar die Lebensqualität erhöhen.

Ein guter Vergleich ist auch hier wieder eine Diät:

Wenn man nur eine bestimmte Anzahl an Kalorien essen darf und über den Tag die „essenziellen“ Mikronährstoffe durch Obst und Gemüse abgedeckt hat sowie ausreichend komplexe Kohlenhydrate und Protein zugeführt hat, kann man sich am Abend auch eine kleine Leckerei innerhalb der Kalorienrestriktion erlauben die nicht ganz so „gesund“ ist.

Das Ziel der Gewichtsabnahme wird man dennoch erreichen. Und genauso wird man auch einen guten Vermögensaufbau trotz des ein oder anderen Luxus` im Rahmen des Spaß-Budgets erzielen.

Fazit

Das 3-Konten-Modell ist das wohl beste System, um die perfekte Balance zwischen Lebensqualität und wirkungsvollem Vermögensaufbau zu erreichen.

Es hält dich dazu an, dein Konsumverhalten zu optimieren und teilweise sogar Wege zu finden, dein Einkommen zu erhöhen.

Besonders durch die eingerichteten Daueraufträge ist es quasi „unmöglich“, dass du mit der Strategie scheiterst.

Und auch psychologisch ist es sehr motivierend:

Man sieht nun jeden Monat, warum man an der ein oder anderen Stelle verzichtet bzw. härter arbeitet.

Das Vermögen wächst Monat für Monat und man kann sich ohne schlechtes Gewissen ab und zu etwas schönes gönnen.

Aus diesen Gründen können wir dir wärmstens empfehlen, deine Finanzen in Zukunft nach diesem System zu organisieren.

Über Jahre angewendet ist es der nahezu garantierte Weg zur finanziellen Freiheit.

Zum Abschluss haben wir für dich noch ein passendes Zitat von Henry Ford, dem Gründer der weltbekannten Automarke und Erfinder der Fließbandfertigung:

„Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.“